Skitour über den Kleinen zum Großen Gamsstein

Vom Skigebiet Hochfügen aus führt diese Woche der TT-Tourentipp zuerst auf den Kleinen und weiter auf den Großen Gamsstein. Eine Skitour abseits der Piste, ideal für Einsteiger und ausbaubar.

Erstes Highlight der Tour ist die Maschentalalm
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Fügen – „Skitourengeher sind in Hochfügen gern gesehene Gäste und immer willkommen“, erklärt uns der Geschäftsführer der Bergbahnen Helmuth Grünbacher. „Auf einigen Pisten gibt es bereits ausgeschilderte Tourenpfade. Und weitere werden folgen“, fügt Grünbacher hinzu.

Wer die Infrastruktur in Hochfügen nutzt, muss einen Unkostenbeitrag von fünf Euro als Parkplatzgebühr leisten. Fünf Euro, die in Anbetracht der entstehenden bzw. entstandenen Kosten aber human erscheinen. „Die Instandhaltung und Betreuung der Anlagen kostet natürlich Geld. Sei es die Schneeproduktion, die Präparierung oder die Benutzung und das Reinigen der Toilettenanlagen. Auch die Parkplätze werden sachgemäß geräumt“, ergänzt der Geschäftsführer.

Doch nun zur Tour auf den Kleinen und Großen Gamsstein: Am besten ist, man sucht sich – wenn möglich – gleich zu Beginn des Skigebietes (in der Nähe der Kapelle) einen Parkplatz, denn dort startet nämlich die Skitour. Entlang der Höhenloipe und über das Maschental geht es zuerst in nördliche Richtung – also wieder talauswärts, ohne wesentlichen Höhengewinn und zeitweise sogar ganz leicht bergab.

Keine Angst, auch wenn man sich denken könnte, man hätte die Abzweigung übersehen, auf der Höhenloipe bleiben wir doch gut 20 Minuten. Erst dann, wenn sich der Wald zu lichten beginnt und man den Maschentalbach in einer Rechtskurve überquert hat, biegt man nach links hinauf zur Maschentalalm ab, unserem ersten Etappenziel

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Das kleine Almendorf ist bereits von der Rechtskurve aus zu sehen und in etwa 15 bis 20 Minuten über sanftes und nicht steiles Almengelände einfach zu erreichen. Dort treffen wir Hans und Carin, die ebenfalls hinauf zum Kleinen Gamsstein unterwegs sind und als Fotomodelle zur Verfügung stehen. Hans und Carin sind Bergpartner. Und wann immer es die Zeit zulässt, brechen der 75-jährige Jenbacher und seine niederländische Begleitung zu gemeinsamen Berg- bzw. Skitouren auf.

Ein netter Platz ist die Maschentalalm, die zum Jausnen nach der Tour einlädt, denn sie liegt, wenn man nicht viel zu spät unterwegs ist, in der Sonne. So wie eigentlich 95 Prozent unserer heutigen Tour auf den Kleinen und Großen Gamsstein. Weiter geht’s.

Der Kleine Gamsstein ist nicht mehr weit entfernt. Über kupiertes Gelände und nie wirklich steile Almenflächen folgen wir der Spur in nordwestlicher Richtung bergauf, bis das Gipfelkreuz des Kleinen Gamsstein vor uns sichtbar ist. Nur 450 Höhenmeter sind es bis zu unserem ersten Ziel. Eine absolut machbare Skitour, die für Anfänger, Familien und Schneeschuhwanderer wie maßgeschneidert ist.

... dann geht es weiter zum Kleinen Gamsstein
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Am Kleinen Gamsstein ist man selten allein. So viel steht fest. Das ist aber auch kein Wunder, denn mit relativ geringen Mühen kann man eigentlich ganz einfach einen Gipfel samt Gipfelkreuz und herrlichem Ausblick erreichen. Während sich die meisten Gipfelstürmer mit dem Kleinen Gamsstein (1924 Meter) zufriedengeben, führt uns der weitere Anstieg entlang des Felsrückens auf einem breiten Grat in südwestlicher Richtung hinüber zum Großen Gamsstein.

250 Höhenmeter in weiterhin kupiertem Gelände warten auf uns. Zwar ist dieser Teil der Tour auch nicht schwierig, aber anspruchsvoller als der erste Abschnitt. Auch deshalb, weil der Gipfelanstieg Spitzkehren verlangt. Eventuell müssen bei einer Passage die Ski sogar abgeschnallt werden.

Wer will, geht noch weiter zum Großen Gamsstein.
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„Und dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit“ – diese Schrift ziert das kleine Metallkreuz des Großen Gamsstein (2142 Meter). Das „Amen“, wie es im Gebet steht, fehlt. Platz für wirklich viele Gleichgesinnte bietet dieser Gipfel allerdings nicht. Aber das Panorama ist ähnlich wie am Kleinen Gamsstein richtig nett. Tief unten liegt das Inntal und der Blick reicht vom Karwendel bis hin zum Kellerjoch. Der höchste Punkt unserer heutigen Tour ist erreicht. Wir starten in die Abfahrt.

Hierbei empfiehlt es sich, noch ein Stück in südwestliche Richtung weiter zu marschieren und von dort abzufahren. Die Spuren weisen ohnehin den Weg. Der Rückweg zum Kleinen Gamsstein wäre ob einiger Felsen nämlich etwas mühsam.

... dort erwartet Tourengeher ebenfalls ein Gipfelkreu
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Am Sattel zwischen Sonntagsköpfl (2244 Meter) und dem Großen Gamsstein geht es im Bereich des Maschentalbaches dann den Osthang ein Stück hinunter. Nach etwa 150 Höhenmetern folgt man den Spuren entlang der Südosthänge (Achtung!) bis hinüber ins Almengebiet der Maschentalalm. Von dort fährt man hinunter zur Höhenloipe und über diese zurück zum Parkplatz in Hochfügen.

Fazit: Die Tour auf den Kleinen Gamsstein von Hochfügen aus ist definitiv keine Hexerei. Jene hinauf zum Großen Gamsstein erfordert schon etwas mehr Geschick und geländekundig sollte man auch sein. (flex)


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