Das große Bangen in den Heimen nach den Weihnachtsfeiertagen

Gesundheitsminister Anschober warnt, Heimbewohner für das Fest nach Hause zu holen. Die Teststrategie sieht keine Pflicht nach Abwesenheit vor.

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Jeder möchte seine nächsten Angehörigen am Heiligen Abend bei sich haben. Ein Wunsch, vor dem das Gesundheitsministerium aber warnt.
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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die aktuell gültigen Auflagen für den Besuch von Heimbewohnern sind streng. Ein Besucher pro Bewohner und Woche. Mehr ist nicht erlaubt. Und das auch nur dann, wenn der Besuchende einen negativen Antigentest vorweisen kann und eine FFP2-Schutzmaske trägt. Für den Heiligen Abend sowie den Christtag, also den 24. und 25. Dezember, wird die Regelung nur marginal gelockert: Dann sind zusätzliche Besuche im Ausmaß von „zweimal höchstens zwei Personen aus einem gemeinsamen Haushalt“ erlaubt, wie es aus dem Gesundheitsministerium heißt.

Und so verwundert es kaum, wenn derzeit Heime verstärkt davon berichten, dass Angehörige anstatt auf Besuch ins Wohnheim zu kommen, die Bewohner von dort abholen. Sei es tageweise oder nur für Stunden. Umso mehr, als das Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten und ohne die strengen Besuchsauflagen vonstattengehen kann.

Von einem allgemeinen Trend will ARGE-Altenheime-Obmann Robert Kaufmann noch nicht reden. Gerade in der Weihnachtszeit komme das immer wieder vor. Einen verstärkten Anstieg weiß aber auch er zu bestätigen. Das tut auch Hubert Innerebner, der Geschäftsführer der Innsbrucker Sozialen Dienste: „Wir raten davon ab, gehen lassen müssen wir sie aber, sofern kein Absonderungsbescheid vorliegt.“ Das Problem: Die „Rückkehrer“ können nicht zu Corona-Tests verpflichtet werden. „Wir können das nur anbieten“, sagt Innerebner, „und an die Eigenverantwortung appellieren.“

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warnt jedenfalls eindringlich: „Holen sie Ihre Angehörigen nicht ab, um Weihnachten gemeinsam zu Hause zu verbringen.“ Jede einzelne mitgebrachte Infektion könne in Heimen „verheerende Auswirkungen“ haben.

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Auch in den vergangenen Tagen sind österreichweit neue Heim-Cluster aufgepoppt. So erst am 18. Dezember in der Stadt Innsbruck.


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