Emmas Eishockey-Stern leuchtet bereits mit 16 Jahren hell

Auch zu Weihnachten kreisen die Gedanken von Emma Hofbauer vornehmlich um die Eishockey-Ausrüstung. Die 16-Jährige beschreitet einen ganz außergewöhnlichen Weg.

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Zuletzt durfte sich die 16-jährige Emma Hofbauer (r.) im Frauen-Nationalteam gegen die Slowakei beweisen.
© ÖEHV

Von Alex Gruber

Vomperbach –Der Vater – Martin Hofbauer dirigierte im Tiroler Fußball-Unterhaus schon Rinn, Matrei oder Schwaz zu Titeln – ist bekannt wie ein „bunter Hund“. Und die 16-jährige Tochter ist außergewöhnlich. „Ich bin sehr stolz auf sie“, lächelt Papa Martin, wenn er an seine Emma denkt, die schon mit 13 im Frauen-Nationalteam debütierte und nach dem Länderspiel-Doppelpack gegen die Slowakei im Dezember 2020 mit 16 Jahren schon bei zehn A-Länderspielen hält. Dass Sohn Max (10) ebenfalls im Eishockey-Dress (Innsbrucker Haie) aufgrund der Corona-Regelungen im goldenen Lernalter zum Nichtstun verurteilt ist, tut Sportkenner „Hofi“ indes im Herzen weh.

Emma ist mit 16 schon sehr weit, spielt grundsätzlich in der männlichen U17 der Starbulls aus Rosenheim, sammelte in den vergangenen Corona-Zeiten aber auch Trainingseinheiten in Villach oder Matcheinsätze bei den Damen der Vienn­a Sabres, die in der European Women’s Hockey League (EWHL) agieren. Frei nach dem Motto: „Ein Tag ohne Eishockey ist ein verlorener Tag.“

Emma beim Trockentraining.
© Hofbauer

Dafür paukt die Schülerin des Innsbruck Sport-BORG auch im Zug, nimmt unzählige Kilometer und Reisen auf sich. „Egal, wo sie gerade steckt, die Arbeitsaufträge werden von ihr immer erledigt“, lobt Sport-BORG-Direktor Andreas Pfister seinen weiblichen Schützling in Zeiten von Home-Schooling als „sehr professionell“.

An den süßen Leb­kuchen-Herzerln, so Emm­a, komme sie in der Weihnachtszeit dennoch nicht vorbei, nachdem der Heilige Abend im Hause Hofbauer den Klassiker „Nudelsuppe mit Würstel“ gespielt hat.

Geschenke? „Ich brauche gar nichts. Und wenn, dann denke ich an eine Ausrüstung oder einen neuen Schläger.“ Damit sie sich eben auch mit den Jungs in Rosenheim („Ich wurde dort sehr gut aufgenommen, sie verschonen mich aber nicht“) matchen kann. Den ein oder anderen blöden Spruch schiebt sie beiseite, der Traum von einem Engagement in einem US-College oder der Profibühne lebt: „Ich will es so gut machen, wie es geht. Damit ich auf mich selber stolz sein kann.“

Als erstes Mädchen wird sie in eine Herren-Trainingsgruppe von ÖEHV-U20-Co-Trainer Philipp Pinter (spielte beim VSV, Salzburg) integriert. Zeit für Freundinnen bleibt oft nur wenig: „Aber auch wenn ich keine Zeit habe, unterstützen sie mich und stehen hinter mir.“ Worte, die zu Weihnachten glänzen. Genauso wie Emmas Eishockey-Stern.

Emma mit Papa Martin, Bruder Max und Mama Bettina bei Kerzenschein.
© Hofbauer

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