Tiroler Hobbybäckerinnen: Das sind die Keks-Kaiserinnen des Landes

Dieser TT-Aufruf sorgte für Verblüffung, denn zahlreiche Hobbybäckerinnen meldeten sich, die unzählige Sorten und Hunderte Kilo Kekse gebacken haben. Drei besonders ambitionierte Tirolerinnen stellen wir vor.

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Gudrun Krabichler, Claudia Rubisoier und Annemarie Gruber (v.l.)
© privat

Von Irene Rapp

Innsbruck — In Sachen Weihnachtskekse scheiden sich die Geister. Selbst backen oder kaufen? Schon vor dem 24. Dezember essen oder erst danach? Vanillekipferl oder Linzer Auge? Eine eindeutige Antwort lieferte ein TT-Face­book-Aufruf: dass nämlich in Tirol zahlreiche Hobby­bäckerinnen Unvorstellbares in Sachen Weihnachtskekse vollbringen.

Gudrun Krabichler mit einem Erdbeer-Herz.
© Krabichler

Beispiel Gudrun Krabichler: Die 47-Jährige hat heuer 45 Kekssorten und 15 Sorten Weihnachtskonfekt (Rum­kugeln, Kokoskonfekt, Whiskeykugeln u. a .m.) hergestellt. Und ja, „natürlich sind das alles verschiedene Sorten und nicht nur eine Sorte mit verschiedenfarbigen Streuseln", versichert die Hattingerin. Die Liste mit ihren Weihnachtskeksen hat sie daher gleich mitgeschickt — quasi als Beweis. Und eine vorsichtige Schätzung gibt es auch: „So an die 60 Kilo werden es heuer sicher gewesen sein."

Jedes Jahr fängt Krabichle­r zwischen dem National­feiertag und dem 1. November mit dem Backen an. Von den Vanillekipferlen stellt sie am meisten her. Und was für die einen eine Qual ist, „ist für mich Entspannung pur. Beim Keks-Backen kann ich einfach gut abschalten."

Claudia Rubisoier mit einer Auswahl ihrer Kekse.
© Rubisoier

Ähnlich begeistert vom Kekse-Backen ist Claudia Rubisoier aus Münster: 57 verschiedene Sorten hat sie heuer gebacken — und das neben der Betreuung ihrer zwei Töchter (5 Jahre und 11 Monate alt). „Angefangen hab­e ich mit einigen Klassikern. Und dann sind jedes Jahr neue Sorten dazugekommen. Die Ideen dazu habe ich mir vor allem aus dem Internet geholt", erzählt die 28-Jährige. Heuer hätte sie erstmals Waldbeerkipferln probiert: „Da kommt Puddingpulver dazu." Wer Mitte Oktober mit dem Backen anfängt, will von dem süßen Backwerk verständlicherweise schon früh naschen. Einen Teil verschenkt Rubisoier aber auch. Mit dem Ergebnis, „dass jetzt nur noch wenige Kekse übrig sind". Aber irgendwann könne man das Gebackene auch einfach nicht mehr sehen.

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Mit viel Leidenschaft stellt sich auch Annemarie Gruber aus Burgstall/Schwendau alljährlich in Sachen Weihnachtskekse in die Küche. „Das ist einfach meine Zeit", erzählt die 42-Jährige, die 38 verschiedene Sorten gebacken hat. Unvorstellbar ist aber die Menge. „Heuer sind es an die 120 Kilo geworden und auch die Marmelade für viele davon ist von mir", so die Zillertalerin. Meistens fängt sie um den 20. November mit Backen an, dann wird zehn Tage durchgearbeitet. Grubers Lieblingskekse sind die Linzer Augen. „Da bin ich inzwischen so geübt, dass es ganz schnell geht." Und mit noch einer Besonderheit kann sie aufwarten. Gruber verwendet einen Specksteinofen: „Das geht schnell und die Kekse backen gleichmäßig durch."

Annemarie Gruber mit ihrem Keksteller.
© Kröll

Einen Teil ihrer Kekse verschenkt die Zillertalerin. Gudrun Krabichler wiederum verkauft einige, um damit Weihnachtsgeschenke zu erstehen. „Ich bin Alleinerzieherin und finanziere so die Geschenke für meine vier Kinder", erzählt die Hattingerin. Ihre Lieblingssorte sind übrigens die Erdbeer-Herzen, „das ist ein Rezept von meiner Oma". Grubers Favoriten sind „die Nussecken. Aber ich esse generell wenig Weihnachtskekse." Ob die drei Keks-Bäckerinnen schon an neue Keks-Rezepte für Weihnachten 2021 denken? Nur so viel steht bereits jetzt schon fest: „Ich sage zwar jedes Jahr, ich mache keine Kekse mehr. Aber dann backe ich doch wieder", lacht Claudia Rubisoier.

Für 2021 gesucht: Die besten Keksrezepte

Wie fleißig und kreativ sind die Keksbäckerinnen des Landes? Auf den TT-Aufruf haben sich zahlreiche Tirolerinnen mit überraschenden Ansagen gemeldet. Carina Buchacher aus Lienz in Osttirol etwa hat an die 45 Sorten und über 100 Kilo Kekse gebacken. Elisabeth Kössler/Obsteig schickte uns sogar Fotos einiger ihrer Kekse – wunderschön gestaltetes Backwerk, das einem das Wasser im Mund zusammenrinnen lässt.

Und die 20-jährige Kerstin Kirchmayr schrieb, dass sie aufgrund des Online-Unterrichts in fünf Tagen 31 Sorten gebacken hätte.

Weil wir jedoch schon an Weihnachten 2021 denken, rufen wir Keks-Bäckerinnen auf, uns ihr Lieblingsrezept zu mailen (leben­@tt.com). Diese werden wir dann im Oktober 2021 gesammelt abdrucken.


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