Manue­l Feller und Michael Matt: Von einem Vogel und Denkaufgaben

Manuel Feller schwebte auf Wolke sieben Richtung Weihnachtsfest – Michael Matt blieb hingegen hinter seinen Erwartungen.

Manuel Feller will den Schwung ins neue Jahr mitnehmen.
© gepa

Von Max Ischia

Innsbruck – Die eine Hundertstelsekunde, die Manue­l Feller im Nacht-Klassiker von Madonna di Campiglio auf das zweite Slalom-Podest binnen 32 Stunden fehlte, nahm der Tiroler pragmatisch auf. „Im Skisport geht’s um Hundertstel. Von dem her habe ich mir das selber zuzuschreiben. Wenn mir aber einer vor drei Tagen gesagt hätte, dass ich Zweiter und Vierter werd­e, dann hätt­e ich ihm getrost den Vogel gezeigt.“

Angesichts der bescheidenen Ausgangslage nach drei Riesentorlauf-Nullnummern und einer schwierigen, wiederholt von Schmerzen getrübten Vorbereitung glich der Doppelschlag einem kleinen (freilich hart erarbeiteten) Weihnachtswunder. Dass er im Slalom-Weltcup mit 130 Zählern hinter Madonna-Sieger Henrik Kristoffersen (140) auf Rang zwei liegt, ist freilich eine erfreuliche Momentaufnahme in einer Disziplin, „in der jeder aus den Top 30 aufs Podest fahren kann“. Dementsprechend gebe es zur vollen Attacke keine andere Option. „Du musst immer voll andrücken und auch einen Ausfall riskieren.“

Weihnachten verbringt Feller zweigeteilt. „Am 23. sind wir in Fieberbrunn bei meinen Eltern, der 24. gehört meiner Freundin, Lio und mir, und am 25. sind wir dann bei den Schwiegereltern. Zu unserer Verteidigung: Wir sind alle getestet.“ Geschenke? „Innerhalb der Familie haben wir gesagt, dass wir spenden. Die Zeiten sind für viele schwierig genug.“

Während Feller also Madonna auf Wolke sieben schwebend den Rücken kehrt­e, nahm Michael Matt ein paar Denkaufgaben mit in die Weihnachtspause. Die Ränge 15 (Alta Badia) und 16 (Madonna) waren so gar nicht nach dem Geschmack des Arlbergers, der im Training wiederholt das Tempo vorgegeben hatte. „Bescheiden. Ein paar Schwünge waren ganz okay, aber letztlich war das viel zu wenig.“ Erst recht, weil die zuletzt herrschenden Schneeverhältniss­e für ihn maßgeschneidert waren. „Das war ich immer pfeilschnell.“ Wie knapp alles zusammenliegt, macht ein Blick auf die Ergebnisliste klar. Fabio Gstrei­n, in Madonna zweitbester Tiroler, verlor als Zwölfter gerade 0,74 Sekunden auf Kristofferse­n, bei Matt waren es auch nur 0,83 ...


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