Zu Weihnachten bei der Arbeit: Für sie wird es keine stille Nacht

Während andere Weihnachten feiern, sind Hunderte Männer und Frauen in Tirol im Dienst. Für Pfleger, Ärzte und Angestellte anderer Einrichtungen, die trotz Feiertagen in Betrieb sind, wird es ein Tag wie jeder andere.

Bernhard Hörmann (links) und Günther Schneider (rechts) von der Asfinag-Straßenmeisterei in Zirl.
© Asfinag

Zirl, Plangeross – Wird es heute Abend dunkel, machen es sich viele Familien und Paare in Tirol gemütlich. Der Christbaum wird erleuchtet, Lieder gesungen, Kinder öffnen mit strahlenden Augen ihre Geschenke. Diesen besonderen Moment erleben Hunderte Männer und Frauen heuer nicht. Für Pfleger, Ärzte und Angestellte anderer Einrichtungen, die trotz Weihnachten in Betrieb sind, wird es ein Tag wie jeder andere. Und oft auch keine stille Nacht.

Auch Werner Gundolf wird, wenn er gegen 19.30 Uhr seinen Postbus absperrt, nicht nach Hause zu Bescherung und Familie, sondern in eine Dienstwohnung in Plangeross im hintersten Pitztal gehen. Die Diensteinteilung will es so, dass der Fahrer, der den letzten Kurs am Abend von Imst ins Pitztal fährt, am nächsten Tag in aller Früh die Menschen mit dem ersten Bus talauswärts bringt. Daran ändert auch der Heilige Abend nichts. Für den 57-Jährigen ist es ohnedies nichts Außergewöhnliches: „Das ist ein Dienst wie jeder andere“, sagt er abgeklärt. „Ich habe keine kleinen Kinder mehr und der Dienstplan kommt früh genug.“ Heuer stellt sich Gundolf auf einen besonders stillen Heiligen Abend ein, weil ja auch kein Gasthaus für ein Abendessen offen hat. „Entweder nehme ich mir von daheim was mit oder mache mir noch was in der Küche, die wir haben“, meint Gundolf, denn am Christtag wartet nochmals eine Zehn-Stunden-Schicht mit Tagwache um fünf Uhr Früh. Ein Telefonat mit seiner Frau sowie der Tochter und seinem Enkel muss jedoch schon noch sein. Weihnachtsstimmung kommt trotzdem auf: Mit dem letzten Bus bringt er oft Menschen, die auswärts leben und arbeiten, zu Weihnachten heim zur Familie: „Das verschönert den Tag.“

ÖBB-Postbusfahrer Werner Gundolf arbeitet am Heiligen Abend.
© ÖBB

Bernhard Hörmann (33) und Günther Schneider (46) von der Asfinag-Straßenmeisterei in Zirl verbringen den Abend beziehungsweise die Nacht ebenfalls nicht bei ihren Lieben. „Meine Freundin feiert inzwischen mit den Eltern“, sagt Hörmann, der von 12 Uhr mittags bis 20 Uhr im Dienst ist, den Bauhof beaufsichtigt und mit dem Salzstreuer unterwegs ist. „Und wenn ich heimkomme, holen wir das gemeinsam nach. Da steigt dann auch die Weihnachtsstimmung.“ Wenn Hörmann zuhause ist, beginnt Günther Schneiders Schicht – und die dauert die ganze Nacht. „Gefeiert wird vorher“, sagt der 46-Jährige. „Es muss alles ein bisschen schneller gehen als sonst, aber Dienst am 24. Dezember machen wir nur alle paar Jahre. Das geht also gut.“ (bfk, TT)

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte