Auf altbekannten Pfaden will Binder zu neuen Motorsport-Höhen

Neues Team, alte Ziele: Der PS-Weltenbummler Rene Binder will 2021 wieder voll angreifen. Bereits im Februar geht es los.

Bereits im Februar geht der Zillertaler Rene Binder mit seinem Team „G-Driving Racing Act“ in Abu Dhabi bei der „Asian Le Mans Series“ an den Start.
© G Driving Racing Act

Von Daniel Suckert

Innsbruck – GP2 (Formel-Sport), IndyCar, jetzt Langstrecke – Rene Binder hat in all den Jahren etliche unterschiedliche Boliden gefahren. Und auch wenn heuer der große Wurf ausblieb, in seinem Tatendrang hat sich der Zillertaler nicht bremsen lassen. Bereits in zwei Monaten geht es zum Saisonstart in die Wüste.

„Rein vom Speed und vom Fahrgefühl her sind diese Prototypen absolut mit einem Formel-Auto vergleichbar. Der größt­e Unterschied: Langstreckensport ist reiner Teamsport und die Faszination geht für mich vor allem von Rennstrecken wie Le Mans, Sebring, Dayton oder Road Atlanta aus“, antwortete der 28-Jährige auf die Frage, in welchem Boliden er bisher am liebsten saß.

Bei der Langstrecke sorgt der 24-h-Klassiker Le Mans jährlich für Gänsehaut. Zweimal durfte Binder schon in Frankreich aufs Gaspedal drücken – einmal ohne und einmal mit Corona-Pandemie. Zwei Welten, wie der Familienvater bestätigte: „Das war überhaupt kein Vergleich. Da waren vor zwei Jahren eine Viertelmillion Motorsportfans dabei und in dieser Saison keiner mehr.“

Rene Binder hat sportlich noch einiges vor.
© ENIK

Die aktuell ruhiger­e Weihnachtszeit nützt Binder zum Durchatmen mit seiner Familie. Aber schon im Februar geht es in Abu Dhabi bei der „Asian Le Mans Serie“ (4.–20. Februar) um Siege bei den Vier-Stunden-Rennen. An seiner Seite wird dann Ex-DTM-Pilot Ferdinand Habsburg stehen. Seinen prominenten Teamkollegen kennt Binder schon aus früheren Jahren: „Wir kennen uns, als er in der Formel-3-Open und ich in der Formel V8 World Series im Einsatz war.“ Der Dritte im Bunde wird der Chinese Ye Yifei sein – das Dreier-Gespann hat große Ambitionen: „Unser­e Fahrer-Aufstellung gibt das absolut her, dass wir um Siege kämpfen können.“

Apropos berühmte Weggefährten – davon hat der Tiroler schon einige über die Jahre kennen gelernt. Kevin Magnussen, Nicholas Latifi oder Pietro Fittipaldi – mit den ehemaligen oder aktiven Formel-1-Piloten lieferte sich Binder etliche Rad-an-Rad-Duelle. Vor allem mit Fittipaldi erlebte er eine komplette Saison (2017): „Mit Pietro hatte ich in der World Series einen aussagekräftigen Vergleich. Wir waren in einem Top-Team und absolut auf Augenhöhe. Am Ende hat bei mir der Technikteufel öfter zugeschlagen, so war ich mit vier Siegen am Ende auf Platz vier der Gesamtwertung, während Pietro die Meisterschaft gewann.“

Sparpakete im Motorsport als positiver Nebeneffekt

Dass Binder bald die 30er-Marke in Sachen Alter erreicht, lässt ihn so gar nicht ins Grübeln kommen. Er habe auf jeden Fall noch etliche Jahre vor sich. Die Ziele gehen ihm nicht aus. Hoffnung mache ihm die Tatsache, dass der Langstreckensport in puncto Interesse wieder auf die Überholspur setzen würde. Binder: „Ausgerechnet Audi und Porsche haben ihren Einstieg angekündigt.“

Was das Dauerthema Corona betrifft, kam Binder mit seiner Familie gut durch: „Für uns war es, Gott sei Dank, nicht ganz so schlimm, weil der Klein­e in dem Alter natürlich noch nichts davon mitbekommt. Dass im Motorsport Sparpakete geschnürt werden, seh’ ich absolut positiv.“

Für die neue ELMS-Saison will er noch ein Top-Team finden. Dann steht dem Vorhaben, auf altbekannten PS-Pfaden zu neuen Höhen zu streben, nichts im Wege.


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