Sölden muss budgetär „auf Sicht“ fahren

Gemeinderat segnet sehr vorsichtiges Budget 2021 mit zwei Gegenstimmen ab.

Blick auf Sölden.
© Thomas Parth

Von Thomas Parth

Sölden – Man werde auch im hinteren Ötztal 2021 keine großen Sprünge machen, tönt es aus der Sölder Gemeindeamtsstube. Hier beschloss man ein Budget, welches „sehr vorsichtig durchgerechnet“ sei, betont BM Ernst Schöpf: „Wir müssen auf Sicht fahren! Zwar wird von den vom Bund genannten 1,5 Milliarden Euro Covid-Förderung auch etwas bei uns aufschlagen, aber vorsichtshalber haben wir für kommendes Jahr so gut wie nichts Neues geplant.“

Die Einnahmenseite lasse sowohl für 2020 als auch für 2021 noch gröbere Lücken erkennen, doch habe sich der Gemeinderat mehrheitlich zur Finanzierung des laufenden Betriebes als auch zur Ausfinanzierung des „Gurgl-Carat“-Seminargebäudes um 125.000 Euro bekannt. „Strittig war der fremdfinanzierte Haushalt aufgrund der Platzgestaltung für das neue Headquarter des Ötztal Tourismus“, räumt BM Schöpf ein: „Hier konnten die Gemeinderäte Thomas Grüner und Johann Grüner nicht mitziehen, was politisch legitim ist, zumal ansonsten wenig Auffassungsunterschiede anfielen.“

GR Johann Grüner nimmt die 1,6 Millionen (davon übernimmt die Gemeinde 50%) für die Platzgestaltung nur zähneknirschend hin: „Für dieses Geld hätte man andernorts mehr tun können.“ Weiters habe es die Gemeindeführung verabsäumt, mit den Anrainern eines Bauprojektes ein Einvernehmen herzustellen: „Es hat im konkreten Fall Anrainerbeschwerden sowie Bedenken des Raumordners gegeben, weshalb man kurzerhand einen Stock weniger plante.“

Was die seit mehreren Jahren laufende Auseinandersetzung mit der Tiwag angehe, fordert Grüner „ein Ende des Streits. Die Zeit ist reif, dass man sich mit der Tiwag an einen Tisch setzt.“ Gestritten wird um das Wasser, das die Tiwag für ihr Kaunertal II-Kraftwerk und die E-Werke Sölden für ein eigenes Projekt benötigen. Man habe für Anwaltskosten allein heuer 85.000 Euro zu berappen und komme mittlerweile an die 500.000-Euro-Grenze „ohne greifbare Erfolgsaussicht“.

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