Für das Weihnachtsmahl wird heuer in Tirol mehr ausgegeben

Hochwertige Produkte aus der Region kommen bei den Tirolerinnen und Tirolern heuer auf den Tisch, berichtet der Lebensmittelhandel.

Die Tirolerinnen und Tiroler stoßen heuer zu Weihnachten mit edleren und teureren Tropfen an. Österreichische Produkte sind gefragt.
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Von Stefan Eckerieder

Innsbruck – Die Vorzeichen für die Feiertage könnten angesichts von Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Wirtschaftsflaute besser sein: Weihnachtsstimmung kommt bei vielen Tirolerinnen und Tirolern aber offenbar dennoch auf. Laut den heimischen Lebensmittelhändlern wird heuer für das Weihnachtsmahl sogar noch tiefer in die Tasche gegriffen als in den vergangenen Jahren.

„Man spürt, dass sich die Menschen etwas gönnen wollen“, sagt Hans Plattner, Geschäftsführer des Tiroler Feinkosthändlers Hörtnagl, im Gespräch mit der TT. Der Trend geht laut Plattner bei den Einkäufen für die Weihnachtsfeiertage „zu noch edleren Waren, als es ohnehin zu der Jahreszeit der Fall wäre“. Das zeige sich vor allem bei den Fleisch- und Wurstwaren.

Alle Jahre wieder im Trend liegen bei Hörtnagl Frankfurter für die traditionelle Tiroler „Nudelsuppe mit Würstel“. 400.000 Paar verkauft der Feinkosthändler jedes Jahr rund um Weihnachten.

Der Dezember beschert Hörtnagl üblicherweise ein Umsatzplus von rund 60 Prozent zu einem Durchschnittsmonat. Heuer dürften die Kassen in den 17 Filialen aber noch etwas lauter klingeln. „Man merkt, dass die Gastronomie geschlossen ist und die Leute zuhause essen. Zudem stehen mit dem Heiligen Abend für viele vier freie Tage an, da wird allgemein mehr eingekauft“, sagt Plattner.

Auch beim Tiroler Lebensmittelhändler MPreis merkt man, dass heuer für das Fest etwas mehr ausgegeben wird als in den letzten Jahren. „Allgemein ist feststellbar, dass das Bewusstsein für regionale Erzeugnisse, für Qualitäts- und Bio-Produkte sowie das Einkaufen in der Nähe zum Wohnort an Bedeutung zunimmt“, erklärt der Lebensmittelhändler in einer Stellungnahme. Stark nachgefragt seien für Weihnachten der Tiroler Jahrling aus Mutterkuhhaltung oder das Tiroler Bio-Jungrind, „aber auch unsere neue Convenience Linie ‚I Like‘ gewinnt an Bedeutung“.

Beim größten österreichischen Lebensmittelhändler Spar hat man ebenfalls frühzeitig vorgesorgt und die Lager stärker befüllt: „Selbstverständlich merkt man, dass die Gastronomie geschlossen hat und vor allem dass alle Menschen über Weihnachten zuhause sein werden. Dieses Jahr verreisen die Menschen nicht über Weihnachten, das ist spürbar.“ Gekauft werde vor allem feines Fleisch, auch immer mehr Fisch, Obst – „auch gerne exotische Früchte“.

Auch bei Weinhändler Alexander Gottardi verläuft das Weihnachtsgeschäft anders als in den Vorjahren. „Wir merken, dass der Großhandel komplett zusammenbricht. Auf der anderen Seite entwickelt sich der Privatkundenbereich gut“, sagt Gottardi. Die Kunden würden heuer zu noch edleren Tropfen greifen als sonst: „Im Schnitt liegt der Umsatz pro Weinflasche heuer rund 10 Prozent über den vergangenen Jahren.“ Großer Beliebtheit würden sich Weine aus Österreich erfreuen. „Österreichischer Wein wird verstärkt gekauft, auch um die heimische Wirtschaft zu unterstützen.“


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