Unbeirrt auf dem Weg zum gelebten Traum: Die neue Buhlschaft blickt zurück

Die neue Buhlschaft Verena Altenberger schildert die Anfänge ihrer Schauspiel-Karriere und wie sie der Ruf zu den Festspielen ereilte.

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Verena Altenberger ist die erste Salzburgerin in der Rolle der Jedermann-Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen.
© imago images/SKATA

Salzburg, Wien — Die Rolle der Buhlschaft im Salzburger „Jedermann" wird im Sommer 2021 von Verena Altenberger (33) verkörpert. Sie folgt auf Burgschauspielerin Caroline Peters, die als „Jahrhundert-Buhlschaft" im heurigen 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele nach nur einer Saison dem Domplatz wieder Adieu sagt, ohne Angabe von Gründen. Auch die Titelrolle wird umbesetzt. Nach vier Spielzeiten als „Jedermann" hielt Tobias Moretti die Zeit dafür reif, die Rolle abzugeben. Sein Nachfolger ist Lars Eidinger.

Vieles neu also beim Herzstück des Festspielsommers 2021. Für Verena Altenberger, die 2017 als drogenkranke Mutter in Adrian Goigingers „Die beste aller Welten" mehrfach ausgezeichnet wurde, ging mit der Buhlschaft ein Traum in Erfüllung. Im Gespräch mit der APA erinnert sie sich an den entscheidenden Anruf von Bettina Hering, der Schauspielchefin der Salzburger Festspiele: „Ich war am Set, mitten in den Dolomiten, und wir hatten schlechten Empfang. Ich habe Buhlschaft, Jedermann und Eidinger verstanden, aber dazwischen gab es immer noch Raum für Spekulationen. Ich habe inständig gehofft, dass ich alles richtig gehört hatte."

Altenberger ist die erste Salzburgerin in der Rolle der Buhlschaft, die ihr natürlich bestens vertraut ist: „Der Jedermann ist ein Stück, das ich seit 33 Jahren als Bewohnerin dieser Stadt erlebt und drei-, viermal als Besucherin am Domplatz gesehen habe. Man kann sich dem Festspielsommer nicht entziehen. Die ganze Stadt verwandelt sich."

Traum der Schauspielerei musste erkämpft werden

Der Schauspielberuf wurde ihr aber keineswegs in die Wiege gelegt. Sie musste sich ihren Traum erst erkämpfen: „In einem Haushalt wie dem unseren — meine Mutter war Leiterin einer landwirtschaftlichen Fachschule und Bäuerin und mein Papa Banker — war alles wichtig, nur nicht Kunst und Kultur." Mit ersten Gastauftritten am Burgtheater und später einem Engagement am Volkstheater sei die Skepsis der Eltern verflogen: „Ich habe mir also den Respekt erarbeitet."

Altenberger war nie fixes Mitglied eines Theaterensembles. Den Grund erklärt sie so: „Es reizt mich nicht, mehrere Jahre in derselben Stadt zu leben, und es würde mich auch nicht reizen, etwas 150-mal zu spielen. Ich mag das: zwei Monate hier, drei Wochen da, immer wieder was Neues."

Lars Eidinger, den neuen Jedermann, kennt die Salzburgerin vom Dreh der Mini-Serie „M — eine Stadt sucht einen Mörder". Auf die Zusammenabreit freut sie sich: „Lars ist für mich einfach ein sehr guter Spieler, gut im Sinne von offen und interessiert am Gegenüber." (APA, mark)


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