Weniger Skiunfälle auf Tirols Pisten als befürchtet

Die Mediziner atmen auf und die Skifahrer durch: Von St. Johann bis Zams belegen die Wintersportler so gut wie keine Krankenhausbetten.

Symbolfoto.
© Böhm Thomas

Innsbruck – Die Sorge, dass die geöffneten Skigebiete in Tirol zur Überlastung der Krankenhäuser führen, hat sich bisher nicht bestätigt. Im Gegenteil: Die Zahl der Skiunfälle liegt unter den Erwartungen. Als Grund dafür nennen viele die fehlenden Touristen.

„Dass es weniger Wintersportunfälle werden, war klar, aber mit so wenigen hatten wir nicht gerechnet“, sagt Andreas Hoppichler, Geschäftsführer des BKH Schwaz. Nur ein bis zwei Skifahrer benötigen derzeit pro Tag eine OP. „Das sind 80–90 % weniger als sonst um diese Zeit“, erklärt Hoppichler. Auch die Auslastung auf der Covid-Station ist gering. Auffällig sei, dass stattdessen die „Heimwerker-Unfälle“ angestiegen sind.

Auch das Krankenhaus Zams liegt im Einzugsgebiet großer Skiregionen. Derzeit werden aber nur vereinzelt Verletzungen behandelt, die auf der Piste entstanden sind. „Normalerweise landen bei uns um diese Zeit 20 Hubschrauber pro Tag. Jetzt sind es einer oder zwei. Und das müssen nicht unbedingt Skiunfäll­e sein“, sagt Geschäftsführer Bernhard Guggenbichler. Auf der Intensivstation liegt derzeit kein einziger Fall. Beruhigend sei auch, dass genügend Covid-Betten frei sind.

In den Skigebieten rund um Innsbruck waren dieser Tage einige Skifahrer unterwegs. Doch unter den Patienten auf den Nicht-Corona-Intensivstationen der Klinik Innsbruck finden sich aktuell kaum Wintersportler. „Wir sind froh, dass sich die Tiroler so verantwortungsbewusst und vernünftig verhalten. Wir hoffen, dass das auch so bleibt“, sagt Johannes Schwamberger, Pressesprecher der Tirol Kliniken. Denn die Intensivbetten sind auch ohne schwerverletzte Wintersportler gut gefüllt, vor allem mit postoperativen Patienten und anderen Krankheitsfällen. Die Zahl der Frischverletzten ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer. Zu „normalen“ Zeiten kommen in den Weihnachtsferien täglich bis zu 200 Unfallopfer in die Notaufnahmen. Heuer waren es am 28. Dezember nur 83, am 29. Dezember 100 Patienten. Die Zahl der klassischen Winterverletzungen – Radunfälle aufgrund nasser Fahrbahn, ältere Menschen, die auf eisigen Wegen ausrutschen – blieb indes mehr oder weniger unverändert.

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Auch im BKH St. Johann bereiten die Patienten nach Skiunfällen keine Probleme. Laut dem ärztlichen Direktor, Primar Norbert Kaiser, gibt es bei Weitem nicht so viele Verletzt­e: „Wir haben nur etwa 40 % der Patienten im Vergleich zur normalen Saison.“

Im BKH Kufstein ist die Situation laut Verbandsobmann BM Rudolf Puecher gut zu händeln. In der Intensivstation fallen die Skiunfälle nicht ins Gewicht. (mm, wo, emf, dd, mr)


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