Rumer Verein „Soccer Team“ spendete 438.000 Euro in elf Jahren

Trotz der widrigen Bedingungen aufgrund der Corona-Krise konnte der engagierte Verein „Soccer Team“ aus Rum über seinen Spendenfonds allein im Jahr 2020 fast 60.000 Euro für Tiroler Familien sammeln.

Harald Lederer beim Benefizkampf gegen Reini Happ (r.).
© Angelo Lair

Von Michael Domanig

Rum – Eigentlich ist das „Soccer Team“ aus Rum mit seinem „Help for Kids“-Spendenfonds für spektakuläre Benefizaktionen und verrückte „Challenges“ (also Herausforderungen) bekannt. Doch im Corona-Jahr 2020 kam auch für den umtriebigen Verein alles anders: Im Jänner ließ Harald Lederer, der zusammen mit Roman Ferdik und Thomas Falger das Vorstandstrio bildet, zwar noch in einem groß aufgezogenen Benefiz-Boxkampf – gegen Reini Happ vom gleichnamigen Benefiz-Verein – die Fäuste fliegen, auch ein Wok-Rennen im Februar war noch möglich. Danach musste jedoch, abgesehen von einer Tennis-Challenge im August, alles abgesagt werden – von der traditionellen Drei-Almen-Wanderung über das Törggelen bis zum Bluatschink-Konzert.

Dennoch gelang es dem „Soccer Team“ einmal mehr, gewaltige Spendensummen für notleidende Tiroler Familien auf die Beine zu stellen. „Wir haben den Fokus umgelegt“, meint Lederer, statt auf Veranstaltungen konzentrierte man sich aufs „Netzwerken“: „Wir können auf ein tolles Fundament von Sponsorpartnern, Spendern und Mitgliedern bauen, haben aber auch viele neue Unterstützer dazugewonnen.“

Wichtig sei dabei die Mundpropaganda: „Unsere Partner erzählen weiter, was wir machen.“ Am Ende konnte man im Jahr 2020 so, allen widrigen Bedingungen zum Trotz, insgesamt knapp 60.000 Euro an Spenden lukrieren, wie Lederer berichtet. „Ich bedanke mich wirklich von Herzen, in diesem Jahr ist das erst recht etwas Besonderes.“

Zuletzt organisierte man zwei Weihnachtsaktionen: Zum einen wurden 30 Lebensmittelboxen an Senioren mit Mindestpension verteilt, zum anderen 44 weihnachtliche Kinderwünsche erfüllt. „Es gab einen tollen Zustrom von Spendern, die sich anhängten“, freut sich Lederer.

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Harald Lederer mit den Vorstandskollegen Roman Ferdik (l.) und Thomas Falger (r.) – ist dankbar für die gewaltige Spendenbereitschaft.
© Soccer Team Rum

Insgesamt hat der Verein über den 2009 gegründeten „Help for Kids“-Fonds in elf Jahren laut eigenen Angaben die bemerkenswerte Summe von mehr als 438.000 Euro (!) übergeben.

Dahinter steckt enormer ehrenamtlicher Einsatz: „Würde man nur die Zeit bewerten, die man da reinsteckt, dürfte man es nicht machen“, lacht Lederer. Speziell die Monate Oktober bis Dezember seien besonders intensiv. „Aber das Ganze ist eben meine Leidenschaft, mein Baby, es geht um den positiven Effekt“, sagt der Rumer. Dazwischen sei aber manchmal auch Abstand nötig, gibt er zu.

Die Auswirkungen der Covid-19-Krise spüre man noch nicht in vollem Ausmaß. „Die Leute sind sehr bescheiden, sie bitten uns erst im letzten Moment um Unterstützung.“ Er gehe aber davon aus, „dass es 2021 nicht leichter wird“. Wobei es auch nach der Corona-Krise viele Menschen in Tirol geben werde, die es schwierig haben.

Was ist für 2021 geplant? Über größere Veranstaltungen werde man sich erst Gedanken machen, „sobald wieder Planungssicherheit besteht“, meint Lederer. Auf jeden Fall sei schon wieder eine neue „Challenge“ geplant. Details werden noch nicht verraten, man wolle sich aber erneut mit einem ungewöhnlichen Fortbewegungsmittel auf einen langen Weg machen (ähnlich wie 2018, als sich Lederer und Falger mit einem zweisitzigen Rikscha-Rad in drei Tagen von Linz bis Innsbruck kämpften).

Zudem soll es eine fixe Partnerschaft mit der „Arche Herzensbrücken“ aus Seefeld geben, die schwer erkrankten Kindern und ihren Familien die Möglichkeit einer gemeinsamen Auszeit eröffnet.


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