Tiroler Kulturbranche: Es wird geplant und hoffentlich auch gespielt

Für die von Corona-Schließungen gebeutelte Tiroler Kulturbranche kann es 2021 eigentlich nur besser werden. Die Vorarbeiten laufen jedenfalls.

Mit Tanz (im Bild eine Szene aus „Die große Nacht des Tanzes“) und Schauspiel meldet sich das Landestheater am 22. Jänner zurück.
© Larl

Innsbruck – Der Tiroler Kulturkalender für 2021, das Jahr zwei im Kampf gegen die Corona-Pandemie, nimmt Gestalt an. Es kann geplant werden, auch weil die Politik den Veranstaltern finanzielle Hilfe zugesagt hat. Diese soll schlagend werden, falls Events erneut verschoben oder abgesagt werden müssen.

Trotzdem ist die Branche, Künstler und Veranstalter gleichermaßen, nicht zu beneiden. Das ständige Improvisieren, Proben mit ungewissen Premieren und die Gefahr, selbst an Covid-19 zu erkranken und nicht auftreten zu können, sind Gift für die Nerven und für die Motivation weiterzumachen.

Das Tiroler Landestheater fährt 2020 aufgrund monatelanger Zwangsschließung Verluste in Millionenhöhe ein. Weil im Eigentum von Land Tirol und Stadt Innsbruck, plagen Westösterreichs größtes Schauspielhaus aber keine Existenzsorgen, ganz im Gegensatz zu manch privat geführtem Kulturbetrieb. Am 22. Jänner wagt das Landestheater mit einem auf die Wochenenden beschränkten Notspielplan den Neustart. Die Veranstaltungen beginnen um 17 Uhr, weil die Corona-Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr noch in Kraft ist.

Im Sommer ist viel geplant

Wer kann, verlegt kulturelle Aktivitäten möglichst weit ins neue Jahr. Die Tiroler Festspiele Erl haben Ende November die Reißleine gezogen und ihr, rund um Weihnachten gruppiertes, Winterfestival in die Osterzeit verlegt (25. März bis 5. April 2021). Läuft in Sachen Corona alles glatt, findet mit dem traditionellen Osterfestival Tirol, terminisiert zwischen 19. März und 4. April, fast zeitgleich ein zweiter großer Kulturreigen statt. Ausweichtermin für das Osterfestival wäre der Mai.

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Dicht gedrängt ist der sommerliche Terminkalender. Am 8. Juli ist der Auftakt des Erler Festivalsommers im Festspielhaus vorgesehen. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, 2020 auf ein Monat zusammengekürzt, sollen am 13. Juli starten und bis 29. August dauern. Es ist zu hoffen, dass internationale Gäste, Künstler und Zuseher, dann wieder problemlos ins Land einreisen können.

Nach den öffentlich ausgetragenen internen Querelen heuer wird bei den Tiroler Volksschauspielen Telfs im Juli/August wieder auf der Bühne Theater gespielt. Neu-Intendant Christoph Nix stellt im Jänner sein erstes Programm vor. In Kufstein wird beim Operettensommer ab 30. Juli das Musical „Evita“ in der Regie von Enrique Gasa Valga nachgeholt. Die Klangspuren Schwaz planen den Beginn ihrer Konzertreihe am 10. September.

Bis dahin wird sich weisen, ob Corona mit den Kulturschaffenden gnädiger ist als im Jahr zuvor. (mark)


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