Rodeln mit Pracht-Blick aufs Unterinntal in Oberperfuss

Der TT-Tourentipp führt diesmal zu einer der längsten Rodelbahnen Tirols in Oberperfuss. Mit Seilbahn-Unterstützung kann man 8 Kilometer Fahrspaß genießen. Und wie immer gilt: Bitte aufeinander Rücksicht nehmen!

  • Artikel
  • Diskussion
Rodelbahn Oberperfuss: Traumhafter Blick auf das Inntal.
© Irene Rapp

Von Irene Rapp

Oberperfuss – Erst diese Woche haben die Verantwortlichen der Bergbahnen Oberperfuss die Rodelbahn bis ins Tal freigegeben. Zuvor war die Strecke ab Stiglreith noch mit Kunstschnee präpariert worden, berichtet Geschäftsführer Hubert Deutschmann.

Ein großer Vorteil dieser Bahn ist, dass sie im unteren Teil nordseitig ausgerichtet und somit wenig der prallen Sonne ausgesetzt ist. Rodel-Begeisterte haben in Oberperfuss auf jeden Fall viele Möglichkeiten. Mit Unterstützung der Bergbahn kann man z. B. bis zur Bergstation Stiglreith fahren (1400 m) und von dort ins Tal (4,7 Kilometer). Oder aber man fährt mit der Gondelbahn weiter (umsteigen) bis zum Sulzstich (1760 m), womit der Rodelspaß noch einmal verlängert wird (6,7 Kilometer ins Tal).

Wir haben uns für eine etwas sportlichere Variante entschieden: aussteigen bei der Bergstation Stiglreith und zu Fuß weiter zur Rosskogelhütte (1780 Meter Seehöhe). Für die 3,6 Kilometer lange Strecke (von Stiglreith weg) und rund 400 Höhenmeter im Aufstieg muss man mit einer Gehzeit ab einer Stunde rechnen.

Bei der Abfahrt kann man traumhafte Ausblicke auf den Rosskogel genießen.
© Irene Rapp

So kommt man hin: mit Öffis oder eigenem Fahrzeug zum Parkplatz der Bergbahnen Oberperfuss. Mit der Gondelbahn bis zur Bergstation Stiglreith. Von dort zu Fuß weiter und während man noch vor wenigen Jahren gut entlang der Rodelbahn aufsteigen konnte, empfiehlt sich heute, die getrennte Aufstiegsspur links von der Rodelbahn zu nehmen (beim Aussteigen aus der Gondelbahn rechts halten).

Jetzt eine von drei Tourenrodel oder Lunch-Set gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Der Grund liegt auf der Hand: Nicht nur die Skitourengeher, auch die Rodler sind mehr geworden – und auf einer getrennten Aufstiegsspur kann man entspannter dahinspazieren und muss nicht immer aufpassen, ob von oben etwas kommt. Am Sulzstich angekommen, fließen die zwei Aufstiegswege wieder ineinander, dann geht es gemütlich ansteigend weiter zur Rosskogelhütte. Die ganze Zeit hat man traumhafte Ausblicke auf die Kalkkögel und den Rosskogel (2646 m), das Inntal und das Karwendel.

Nach rund einer Stunde Gehzeit ist man dann bei der Rosskogelhütte angekommen: Diese befindet sich in Privatbesitz, wurde auf einem traumhaften Aussichtsplatz errichtet, hat allerdings Corona-bedingt geschlossen. „Aus diesem Grund präparieren wir derzeit die Rodelbahn ab der Rosskogelhütte“, berichtet Deutschmann. Normalerweise macht das die Bahn nämlich nur ab Sulzstich, ab hier ist die Rodelstrecke auch beleuchtet. Ein Nachtrodeln ist derzeit aus den bekannten Gründen aber ebenfalls nicht möglich.

Ab Sulzstich sind derzeit übrigens auch viele aufsteigende Skitourengeher auf der Rodelbahn unterwegs. Zwar weisen Schilder darauf hin, dass das verboten ist (es gibt neben der Skipiste eine eigene Aufstiegsspur für Tourengeher). Allerdings wird das oft negiert. In so einem Fall sollten die Aufsteigenden – ob mit Skiern oder Rodel – aber zumindest nicht zu zweit und zu dritt nebeneinander marschieren bzw. rechtzeitig ausstellen, wenn ein Rodler von oben kommt. Wobei die Betonung auf „rechtzeitig“ liegt, weil man mit der Rodel doch flott unterwegs sein kann.

Die Abfahrt gestaltete sich dann abwechslungsreich: Spannend war es vom Sulzstich bis Stiglreith (flotte Bahn, scharfe Kurven). Gleich nach Stiglreith muss man die Piste und Schlepplift-Trasse queren (aufpassen!), dann geht es auf der langen Bahn mit wenigen Kurven zum Teil recht rasant ins Tal. Im unteren Bereich war die eine oder andere Stelle ein wenig eisig, aber alles kein Problem für Ich-lass-es-nicht-tuschen-Rodler. Die Strecke wird laut Deutschmann allerdings regelmäßig präpariert. Fazit: Die Rodelstrecke ist mit 8 Kilometern Länge ab der Rosskogelhütte ein wahrer Genuss!

© TT

Kommentieren


Schlagworte