Französischer Schauspieler und Regisseur Robert Hossein tot

Der französische Schauspieler und Regisseur Robert Hossein ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 93 Jahren, wie seine Frau Candice Patou bestätigte. Hossein sei nach „Atemproblemen“ im Krankenhaus gestorben. Berühmt wurde er als Schauspieler in den 60er-Jahren durch seine Rolle in den „Angelique“-Filmen, als Regisseur verantwortete er Großproduktionen von Klassikern wie „Les Miserables“.

Der am 30. Dezember 1927 als Sohn eines iranischen Komponisten geborene Hossein war über Jahrzehnte als Schauspieler erfolgreich und spielte unter anderem an der Seite von Brigitte Bardot. Als Regisseur machte er sich vor allem mit großen Bühnenproduktionen einen Namen. Er sei der „Prinz des Theaters für die Massen“ gewesen, schrieb der frühere Präsident des Filmfestivals von Cannes, Gilles Jacob, im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Mit knapp 20 Jahren inszenierte Hossein „Les voyous“ (etwa: Die Gauner). Neben „Romeo und Julia“ von Shakespeare brachte er 1972 das Werk „Bernarda Albas Haus“ von Federico Garcia Lorca zur Aufführung, mit dem Isabelle Adjani ihren Durchbruch auf der Bühne erzielte.

Zeitgleich mit dem Theater entdeckte Hossein das Kino für sich. Als Darsteller war er bald schon sehr gefragt. So spielte er in dem Krimi „Rififi“ (1955) und dem Actionfilm „Der Profi“ (1981) mit Jean-Paul Belmondo. International bekannt wurde er durch die „Angelique“-Filme an der Seite von Michele Mercier. Unter dem Einfluss der amerikanischen Kriminalfilme der 40er- und 50er-Jahre schuf er auch selbst Filme, darunter „Haut für Haut“ und „Das grausame Auge“.

Von den 80er-Jahren an entwickelte er eine Vorliebe für spektakuläre Inszenierungen. Sein Motto: „Theater, das man nur im Kino sehen kann“. Zu seinen erfolgreichsten Stücken zählen neben „Les Miserables“ „Notre-Dame de Paris“ und „Julius Cäsar“.

Hossein hat auch mit Privatem für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Vor allem die Frauen in seinem Leben standen im Fokus der Öffentlichkeit. Im Jahr 1962 heiratete er die damals Minderjährige Caroline Eliacheff. Bei den Dreharbeiten zu „Der Abbe und die Liebe“ lernte er 1974 die junge Schauspielerin Michele Watrin kennen. Bei einem Autounfall starb sie vor seinen Augen.

In den 70er-Jahren trat Hossein zum Katholizismus über. Aus seiner religiösen Überzeugung macht er keinen Hehl. So führte er die Mega-Inszenierungen „Jesus etait son nom“ (Jesus war sein Name) auf und „N‘ayez pas peur“ (Habt keine Angst) über das Leben des 2005 gestorbenen Johannes Paul II.


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