Umfahrung im Zillertal strapaziert die Geduld, Fügens Ortschef fordert „mehr Tempo"

Zu langsam agiere laut Fügens Ortschef Mainusch das Land beim Straßenprojekt B 169. Es gehe nicht schneller, kontert LHStv. Geisler.

BM Dominik Mainusch mit dem Baubescheid für die Umfahrung Fügen. Wegen Anrainer-Einsprüchen läuft derzeit ein Gerichtsverfahren.
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Von Angela Dähling

Fügen – Sie sind beide Zillertaler, sitzen beide im Landtag und sind von derselben Partei: LHStv. Josef Geisler aus Aschau und LA Bürgermeister Dominik Mainusch aus Fügen. In Bezug auf die geplante Umfahrung Fügen herrscht zwischen dem AABler Mainusch und dem Bauernbündler Geisler aber offenbar nicht die beste Stimmung.

Dem Fügener Bürgermeister geht die Umsetzung des Projektes, für das das Land zuständig ist, zu langsam. Gegen den Baubescheid liegen bekanntlich drei Beschwerden vor. Mit diesen befasst sich derzeit der Verwaltungsgerichtshof. „Ich rechne im ersten Quartal 2021 mit einer Gerichtsentscheidung“, sagt BM Mainusch. Der Gerichtsweg muss damit allerdings nicht beendet sein – das Ganze könnte am Obersten Gerichtshof in die dritte Instanz gehen. „Von Seite der Gemeinde Fügen wurde alles für das Projekt erledigt, unser Handlungsspielraum ist erschöpft. Jetzt ist Josef Geisler der Ansprechpartner dafür, wie es weitergeht“, sagt BM Mainusch.

Und er setzt nach: „Das Naturschutz- und Wasserrechtsverfahren wurde noch nicht eingeleitet. Wäre man am Land an einer raschen Umsetzung dieser für die verkehrsgeplagten Zillertaler so wichtigen Straßenbaumaßnahme interessiert, sollte man diese Nebenverfahren jedenfalls parallel zum Bauverfahren abwickeln.“ Der Fügener Ortschef ist zudem der Ansicht, dass man Gutachten für Verhandlungen mit Grundeigentümern viel zügiger beauftragen hätte sollen. „Ich erwarte mir da mehr Geschwindigkeit“, meint Mainusch. Die bisherigen Entwicklungen würden einen politischen Willen zur raschen Umsetzung vermissen lassen.

LHStv. Josef Geisler kontert: „Seit Monaten streite ich mit den Fügenern wegen des Projekts. Ich wollte selbst die Nebenverfahren parallel abwickeln, habe aber von unseren Juristen die Info erhalten, dass der Gerichtsentscheid abzuwarten sei.“ Was die Regressmöglichkeit der Anrainer bei einem Urteil zugunsten des geplanten 90-Mio.-€-Projekts angeht, geht Geisler davon aus, dass dies keine aufschiebende Wirkung auf die Realisierung hat. „Denn da geht es dann nicht mehr um das Projekt, sondern um die Ablöseentschädigungen“, sagt LHStv. Josef Geisler.

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