Das große Haie-Herz muss in Bozen weiterschlagen

Den Haien bleibt nach dem 1:3 gegen Salzburg keine Zeit zum Schütteln. Mit einer ähnlich starken Leistung will man in Bozen anschreiben.

War zuletzt, wie hier in Salzburg, ein echter Fels in der Brandung – Haie-Keeper René Swette hat sich intern zur Nummer eins gemausert.
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Von Alex Gruber

Innsbruck – Das (Eishockey-)Leben ist nicht immer gerecht. „Wir haben super gespielt und hätten uns sicher mehr verdient“, sprach Eigengewächs Clemens Paulweber nach dem bitteren 1:3 gegen die Bullen und der sechste Niederlage in Serie aus, was sich alle im Haifischbecken dachten. Denn nicht nur HCI-Cheftrainer Mitch O’Keefe sah, dass seine stark ersatzgeschwächte Innsbrucker Mannschaft am Sonntagabend „über 60 Minuten das bessere Team“ war: „Ich liebe diese Jungs. Sie haben gegen Salzburg das ganze Herz aufs Eis gelegt. Im Moment tut diese Niederlage weh, aber in Summe macht es uns stärker“, hofft der Kanadier, dass der unbelohnte Kraftakt gegen Salzburg dennoch Kräfte freisetzen kann. Und ganz „nebenbei“: Der Hexer in Salzburgs Tor (J.P. Lamoureux) kostet vermutlich so viel wie knapp drei HCI-Legionäre.

„Die Jungs haben gegen Salzburg ihr ganzes Herz aufs Eis gelegt. Ich glaube das macht uns noch stärker." – Mitch O'Keefe (HCI-Cheftrainer)
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Die Haie müssen sich im sechsten schweren Match binnen elf Tagen und zum bereits vierten Mal in dieser Saison mit Bozen „vergleichen“. Der Tabellenführer aus Südtirol kann auf vier kompakte Linien bauen, bei den Tirolern waren es gegen Salzburg nicht einmal drei: Angreifer Braden Christoffer kehrt nach seiner Sperre aber in die Linie zu seinem Spezl Daniel Ciampini zurück, ob es sich auch bei den angeschlagenen Christof Kromp oder Jonathan Racine ausgeht, scheint mehr als fraglich. Die ­Langzeit-Verletzten (Saucerman, Danielsen, Hochfilzer) sind ohnehin noch kein ­Thema.

Auftauchen oder besser gesagt anschreiben ist das Gebot der Stunde in dieser Kalenderwoche, die auch noch die beiden Heimspiele gegen Fehervar (Freitag) und Graz (Sonntag) bringt. „Wir brauchen mehr Konstanz“, blickt Paulweber, der wie ein Winkler, Jennes oder Mader im Sturm gegen Salzburg große rot-weiß-rote Kräfte bei den Haien entfachte, auch selbstkritisch in den Spiegel.

In der Torhüterfrage hat sich René Swette nach starken Leistungen vorerst als „Nummer eins“ etabliert. Wegen der hohen Spieldichte könnte heute über dem Brenner dennoch Tom McCollum seine Chance bekommen.


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