Ein Trainings-Start mit Knalleffekt beim FC Wacker Innsbruck

Der Trainingsauftakt beim FC Wacker begann mit der Suspendierung Contés. Der große Kader könnte wachsen. Ein Kandidat: Okan Aydin.

Der Himmel beim Trainingsauftakt des FC Wacker Innsbruck war gestern über der Nordkette blitzblau – für Gewitterwolken sorgte nur Karim Conté, der nach mehreren Verfehlungen mit sofortiger Wirkung vom Trainingsbetrieb freigestellt wurde.
© Michael Kristen

Von Alex Gruber

Innsbruck – Bei satten Minusgraden am Kunst­rasenplatz neben dem Tivolistadion fehlten neben dem verletzten Stefan Meusburger sowie den Ergänzungsspielern Merchas Doski (Leiste) und Felix Mandl (Rücken) gestern auch Flügelstürmer Sunday Faleye, der sich auf Clubsuche befindet, sowie Karim Conté: Der 21-jährige Mittelfeldspieler wurde nach mehrfachen disziplinären Verfehlungen (in der Clubaussendung: „wiederholtes nicht abgestimmtes Fehlen bei Mannschaftsterminen“) mit sofortiger Wirkung freigestellt. Sportvorstand Alfred Hörtnagl: „Der FC Wacker Innsbruck steht für Verlässlichkeit, Professionalität, Respekt und Disziplin. Karim hat mit seinem Fehlverhalten in den letzten Monaten wiederholt gegen diese Werte verstoßen. Auch seinen Mannschaftskollegen gegenüber können wir dieses Verhalten nicht tolerieren und stellen ihn somit aus disziplinarischen Gründen vorübergehend vom Training frei. Weitere Disziplinarmaßnahmen werden intern abgestimmt und dem Spieler mitgeteilt.“

Mit 23 Feldspielern und drei Tormännern strotzte der Kader des FC Wacker gestern dennoch vor Kraft. Darunter natürlich die Neuerwerbungen Anel Hadzic (31) und Lukas Fridrikas (23), die für neue Impulse sorgen sollen.

Ein Trainerwechsel beim MOL Fehérvár FC und dann das Coronavirus hielten Bosniens Ex-Teamspieler Anel Hadzic vor seinem Wechsel nach Innsbruck seit Ende April in der Vereinslosigkeit fest, die Geburt von Sohnemann Rayan (jetzt drei Monate) spendete aber Kraft: „Es war sportlich eine schwierige, aber auch lehrreiche Zeit für mich. Ich freu’ mich auf die Chance, und wenn wir aufsteigen, kann es eine Win-win-Situation für den Klub und mich werden“, sagt der Defensivstratege, der sich bei Hertha Wels und individuell in den vergangenen Monaten fit gehalten hat.

„Bei jedem Wechsel werde ich auf meine Eltern angesprochen. Früher hat es mich genervt, jetzt sehe ich es als Ansporn, mir selber einen Namen zu machen“, führt Lukas Fridrikas aus, der offensiv wohl für die Außenbahn vorgesehen ist. Papa Robert spielte bei der Austria, Mama Ausra wurde in der goldenen Ära von Hypo Niederösterreich 1999 zur Welthandballerin gekürt. Lukas wuchs in Skandinavien (Norwegen, Dänemark) auf und begann erst mit elf Fußball zu spielen: „Da war ich der Schlechteste.“ Mit 13, 14 habe er nur kurz überlegt, zum Handball zu ­wechseln.

Als weiterer möglicher Neuzugang wird Ex-Klagenfurt-Angreifer Okan Aydin (26) gehandelt, ein Test bei Bundesligist Ried (12.1.) ist fixiert.

Im Kampf ums Leder – Neuzugang Lukas Fridrikas (gelb) machte mit Eigengewächs Clemens Hubmann Bekanntschaft.
© Michael Kristen

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