Golfstaaten unterzeichnen Abkommen zur Aussöhnung

Die sechs arabischen Golfstaaten haben ein Abkommen für „Solidarität und Stabilität“ in der Region unterzeichnet. Das gab der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman am Dienstag bei einem Gipfeltreffen in Al-Ula im Nordwesten Saudi-Arabiens bekannt. Nach jahrelangem Konflikt war auch der Emir von Katar Emir Tamim bin Hamad al-Thani erstmals wieder nach Saudi-Arabien gereist.

Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni 2017 die Grenzen zu dem auf einer Halbinsel liegenden Land geschlossen und eine vollständige Blockade verhängt. Ägypten schloss sich an. Die Staaten hatten Katar unter anderem Terrorunterstützung und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vorgeworfen. Das Emirat hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Es war eine der schwersten Krisen des GCC seit dessen Gründung im Jahr 1981.

Unklar blieb zunächst, ob neben Saudi-Arabien auch die drei weiteren GCC-Länder ihre Blockade beenden würden. Der kuwaitische Emir Sabah al-Ahmed al-Sabah zeigte sich aber zuversichtlich, dass diese den GCC-Gipfel zu einer „Einheit stiftenden Versöhnung“ und einem „Neustart“ nutzen würden, wie die Staatsagentur Kuna berichtete.

Kuwait und die USA hatten in dem Streit vermittelt. Nach Worten eines US-Regierungsvertreters sollte auch Jared Kushner, Berater und Schwiegersohn des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, an dem Treffen in Al-Ula teilnehmen. Katar bietet den USA einen Luftwaffenstützpunkt.

Der emiratische Ministerpräsident Mohammed bin Rashid al-Maqtum traf am Dienstag mit seiner Delegation ebenfalls in Saudi-Arabien ein. Dort wurde er vom saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman empfangen, wie die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete. Aus katarischen Quellen hieß es, Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan, faktischer Herrscher der Emirate, sei gegen die Aussöhnung. Berichten zufolge reiste auch Ägyptens Außenminister Samih Shukri zum Treffen.


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