Ausgang der US-Senatswahlen in Georgia zunächst unklar

Bei den Stichwahlen für den US-Senat im Bundesstaat Georgia hat sich in der Nacht zunächst kein klarer Sieger abgezeichnet. Zwar lagen die beiden Kandidaten der Demokraten nach der Auszählung von 55 Prozent der Stimmen dem Datenanbieter Edison Research zufolge leicht vorn. Dieser wagte jedoch wie auch US-Medien keine Prognose zu dem Ausgang. Die Behörden hatten erklärt, ein Ergebnis könne Mittwochfrüh (Ortszeit) vorliegen.

Allerdings wird auch eine tagelange Hängepartei nicht ausgeschlossen. Bei den Abstimmungen steht die Kontrolle über den Kongress auf dem Spiel. Um im Senat die Macht zu übernehmen, müssten die Demokraten des designierten Präsidenten Joe Biden beide Stichwahlen gewinnen.

Berichte über größere Zwischenfälle bei der Abstimmung lagen zunächst nicht vor. Der für den Ablauf zuständige Landesbeamte Gabriel Sterling sprach am Nachmittag auf Twitter von einer durchschnittlichen Wartezeit von einer Minute an den Wahlurnen.

Bisher kontrollieren die Republikaner des scheidenden Präsidenten Donald Trump Georgias zwei Sitze wie auch den Senat als Ganzes. Die Demokraten konnten im November ihre Mehrheit in der zweiten Kongresskammer, dem Repräsentantenhaus, verteidigen. Sie müssen in Georgia gleich beide Sitze gewinnen, um im Senat ein Patt zu erreichen. Dann darf die designierte Vize-Präsidentin Kamala Harris die entscheidende Stimme abgeben. Entsprechend reicht den Republikanern ein Sieg. Umfragen zufolge lagen die republikanischen Amtsinhaber Kelly Loeffler und David Perdue bis zuletzt faktisch gleichauf mit ihren jeweiligen Herausforderern Raphael Warnock und Jon Ossoff.

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Die Stichwahlen in dem Bundesstaat mit 10,6 Millionen Einwohnern - etwas weniger als Baden-Württemberg - werden auch an den Aktienmärkten mit Spannung verfolgt. Von den Mehrheitsverhältnissen im Kongress dürfte etwa abhängen, ob die von Biden geplanten neuen Hilfen in der Coronavirus-Pandemie ohne Abstriche umgesetzt werden. So hatten die Republikaner zuletzt eine auch von Trump geforderte Aufstockung der Direkthilfen von 600 auf 2000 Dollar (487,96 bis 1.626,55 Euro) je US-Bürger im Senat blockiert. Die nächste reguläre Kongresswahl findet 2022 statt. Dabei wird das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu bestimmt.


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