Steu/Koller kehren für die EM auf die Schicksalsbahn in Sigulda zurück

Kunstbahn-Rodelass Thomas Steu und seine ÖRV-Kollegen sind in Sigulda heiß auf EM-Medaillen und Weltcuppunkte.

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Thomas Steu (v.) und Lorenz Koller kehren knapp ein Jahr nach ihrem schweren Sturz auf die Unglücksbahn nach Sigulda zurück.
© Michael Kristen

Von Günter Almberger

Sigulda – Es war eine ganz normale Trainingsfahrt, wie sie Thomas Steu und Lorenz Koller schon unzählige Male in ihrer Karriere absolviert haben. Doch ein folgenschwerer Fahrfehler eingangs von Kurve zwölf mit anschließendem schwerem Sturz im Eiskanal von Sigulda (LAT) ließ das ÖRV-Top-Doppel um seine Karriere bangen. Während Koller mit blauen Flecken davonkam, erwischte es Steu heftig. Mit zwei Platten und 25 Schrauben wurden der Schien- und Wadenbeinbruch sowie der luxierte Knöchel fixiert. Zudem musste sich der Vorarlberger am Handgelenk einem Eingriff unterziehen.

Inzwischen sind Steu/Koller längst auf dem Schlitten zurück, rasten nach ihrem Comeback in der laufenden Saison bereits zu drei Siegen und tragen aktuell das Gelbe Trikot der Weltcup-Gesamtführenden. An diesem Wochenende geht es zurück auf ihre Schicksalsbahn nach Sigulda. Dort wird neben Weltcuppunkten auch um EM-Medaillen gekämpft.

„Klar spüre ich den Fuß noch, zum Beispiel beim Bremsen im Ziel. Aber ich denke eigentlich so gut wie nie an den Sturz zurück“, winkt Steu ab. Trotzdem seien eine gewisse Nervosität und eine leichte Anspannung vor der Rückkehr auf die Unglücksbahn vorhanden. „Aber das habe ich ehrlich gesagt vor der ersten Fahrt auf fast jeder Bahn“, gesteht der Bludenzer, der lieber EM-Edelmetall erobern will, als über das „Metall“ in seinem Bein zu sprechen. Immerhin sind Steu/Koller noch amtierende Team-Europameister und rasten zu Silber im Doppelbewerb in der Vorsaison in Lillehammer. „Wir machen uns aber keinen Druck, wir wollen einfach zwei gute Läufe abliefern,“ betont Steu, der am Schlitten-Setup noch Umstellungen vornehmen will.

Das ÖRV-Team hat an diesem Wochenende aber auch noch andere heiße Eisen am Start. So raste das Doppel Yannick Müller/Armin Frauscher immer wieder in die Weltspitze rein, bei den Herren lieferte zuletzt vor allem Nico Gleirscher hervorragende Leistungen ab. Und auch bei den Damen hat Österreich mit Madeleine Egle, die in Königssee ihren ersten Podestplatz einfuhr, seit Langem wieder eine Medaillen-Kandidatin. „Grundsätzlich liegt uns die Bahn. Wir sind in allen drei Disziplinen konkurrenzfähig“, erklärt ÖRV-Cheftrainer René Friedl. In der Favoritenrolle sieht er aber andere: „Die Letten, aber auch die Russen, die viel in Sigulda trainieren, sind für mich in der Pole-Position. Unser Ziel lautet: zwei EM-Medaillen.“

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Rodeln in Zahlen

Weltcup- und EM-Programm in Sigulda (LAT): Samstag: Herren (ab 10.30 Uhr), Doppelsitzer (ab 14.10). Sonntag: Damen (ab 9.30), Team-Staffel (ab 12.50).

ÖRV-Aufgebot: Doppel: Steu/Koller, Müller/Frauscher, Gatt/Schöpf. Damen: Madeleine Egle, Lisa Schulte, Hannah Prock. Herren: Nico Gleirscher, David Gleirscher, Wolfgang Kindl, Jonas Müller, Reinhard Egger (nur im Weltcup-, nicht aber im EM-Aufgebot).


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