Neues von Passenger: Unverhohlene Melancholie der kleinen Krisen

Radiotaugliche Straßenmusik: Passenger veröffentlicht mit „Songs for the Drunk and Broken-Hearted“ sein inzwischen 13. Studioalbum.

Singer-Songwriter Passenger macht seit 2007 Musik. Jetzt hat er sein 13. Studioalbum mit zehn neuen Songs veröffentlicht.
© Mila Austin

Innsbruck – Das fängt ja gut an. 2021 startet mit Herzschmerz und traurigen Clowns. Zumindest wenn es nach dem britischen Singer-Songwriter Mike Rosenberg alias Passenger und seiner neuen Musik geht. Im Video zu „A Song for the Drunk and Broken-Hearted“ steht er mit seiner Band, einer Truppe von Clownsgesichtern, auf der Bühne des alten Pubs. Zu lachen haben die allerdings wenig. Trotz Trübsinn trösten der Song und das heute erscheinende Album „Songs for the Drunk and Broken-Hearted“ über die kleineren Krisen hinweg.

Klassisches Songwriting, Akustikgitarre und eine markante Stimme, das zeichnet den Sound von Passenger seit 2007 aus. Von der Straßenmusik wechselte er 2011 ins Stadion – u. a. an der Seite von Ed Sheeran. Die Single „Let Her Go“ katapulierte ihn endgültig an die Chartspitze. In seinem neuen 13. Album stehen wieder die simplen, sympathischen Melodien im Mittelpunkt. Das klingt mal wie Amy MacDonalds, manchmal nach Beirut.

„Songs for the Drunk and Broken-Hearted“ hätte bereits im Mai 2020 erscheinen sollen, wurde aber wie so vieles Corona-bedingt um ein halbes Jahr verschoben. Viel Zeit für Überarbeitungen, der Opener „Sword From The Stone“, ein Song über das Einsam-Sein, kam erst nachträglich dazu. Aber keine Sorge, „Songs for the Drunk and Broken-Hearted“ ist kein Corona-Album. Mike Rosenberg beschäftigen die kleinen Krisen. Die meisten der Songs entstanden nach einer Trennung, verrät Passenger vor dem Albumrelease. „Nothing Aches Like a Broken Heart“ etwa ist unverhohlen melancholisch, auch „The Way That I Love You“ oder „Suzanne“ besingen die Vergänglichkeit von Liebe und dem Leben. Herzschmerz tut bei Passenger aber niemandem weh. Schwermut wird radiotauglich.

Nach jeder Krise geht es wieder aufwärts, hörbar wird das etwa in Passengers Liebeserklärung an seine Heimat, wo er auch heute noch als Straßenmusiker auftritt. In „London in the Spring“ sprießt Optimismus. 2021 fängt zumindest musikalisch gut an. (bunt)

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Pop/Folk

Passenger: Songs for the Drunk and Broken-Hearted. Cooking Vinyl/Sony Music.


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