Starke ÖSV-Damen im St. Anton-Training - Tippler-Bestzeit

Stark haben sich Österreichs Skidamen im ersten Training für die Weltcup-Abfahrt in St. Anton präsentiert. Bei strahlendem Sonnenschein und perfekter Karl-Schranz-Piste teilte sich Tamara Tippler am Donnerstag die Bestzeit mit der Schweizerin Lara Gut-Behrami, nur zwei Zehntel dahinter wurde Lokalmatadorin Nina Ortlieb Dritte. Insgesamt landeten sieben ÖSV-Damen in den Top-13, darunter als 6. unmittelbar vor Mirjam Puchner (7.) die Vorarlbergerin Christine Scheyer.

Scheyer ist Österreichs letzte Abfahrts-Heimsiegerin (Jänner 2017 Zauchensee), trotzdem muss auch sie am Freitag in die interne Qualifikation. Dabei kämpfen mit Scheyer, Ricarda Haaser, Christina Ager, Ariane Rädler, Sabrina Maier, Vanessa Nussbaumer und Michelle Niederwieser gleich sieben Fahrerinnen um vier Startplätze für das Rennen am Samstag (11.45 Uhr, live ORF 1). Drei werden nach dem Ranking des zweiten Trainingslaufs aufgestellt, ein Platz wird von den Trainern vergeben. Neben den Arrivierten haben Rosina Schneeberger und Nadine Fest Fixplätze über den Europacup.

In St. Anton gehen erstmals seit acht Jahren wieder Weltcuprennen in Szene. Nachdem 2016 und 2019 witterungsbedingt abgesagt werden musste, sind diesmal bei den Arlberg-Kandahar-Rennen vom Kapall die Wetterprognosen für Abfahrt (Samstag) und Super-G (Sonntag) günstig. Wegen Corona sind auch in St. Anton keine Zuschauer im Ziel erlaubt, dafür stehen dort 100 der insgesamt originellen 300 Schneemänner, die die lokale Bevölkerung anlässlich des Weltcup-Comebacks gebaut hat und für die man für ein Caritas-Wasserprojekt in Afrika mit 100 Euro die Patenschaft übernehmen konnte.

Die Ski-Damen waren begeistert von den perfekten Wetter- und Pistenbedingungen. Vor allem jene, die 2013 hier wie Gut-Behrami schon dabei gewesen waren und sich mit Schrecken an die eisigen Bedingungen von damals erinnerten. Wie etwa die Österreicherin Mirjam Puchner. „Ich wusste damals bei meinem ersten Weltcuprennen am Start nicht, ob ich lachen oder weinen soll, weil es so brutal eisig war. Ich war gar nicht so unfroh, dass jetzt länger keine Rennen hier waren“, gestand die Salzburgerin. „Aber diesmal sind perfekte Traumbedingungen.“

Auch Ortlieb war vor acht Jahren als 16-jährige Vorläuferin im Training schon dabei gewesen. Heute ist die Tochter von Olympiasieger Patrick Ortlieb die Nummer 1 im heimischen Speed-Team. Auch, weil Teamleaderin Nicole Schmidhofer verletzt fehlt. Die ÖSV-Damen haben den Unfall der Steirerin mit einer Psychologin verarbeitet und vor dem Jahreswechsel im oberen Teil des Kapall bis zum Eisfall trainiert.

„Das hat uns sicher in die Hände gespielt. Vor allem nach dem durchwachsenen Saisonbeginn mit Verletzungen und Corona“, sieht Ortlieb einen echten Heimvorteil sowie sich und ihre Kollegin wesentlich besser aufgestellt als noch in Val d‘Isere. „Ich glaube, wir können uns diesmal ein gutes Ergebnis erwarten.“

Otlieb sprach angesichts der perfekten Verhältnisse von „Traumbedingungen“. Für die Lecherin sind die Arlberg-Rennen echte Heimrennen, gehört sie doch dem Ski Club Arlberg an. Nach einem Fehler im oberen Teil war Ortlieb am Donnerstag im Finish die Schnellste. „Ich habe noch Reserven. Es wäre ein Traum, bei einem Heimrennen auf das Podium zu kommen“, hat sich die Vorarlbergerin die Latte hoch gelegt

Tippler war happy, bremste aber noch. „Es war ein Training, wir müssen die Kirche im Dorf lassen.“ Auch die Steirerin sieht das „Schmidhofer-Trauma“ bewältigt. Stephanie Venier tut sich da noch schwerer, war sie doch Zimmerkollegin ihrer Freundin Schmidhofer. Diese habe sich aber am Donnerstag am Telefon mit Tipps eingestellt. „So gesehen ist sie eh nach wie vor dabei“, versicherte die Tirolerin, die gerade mal 45 Minuten Anreisezeit nach St. Anton hat.

Topfavoritin auch am Arlberg ist Corinne Suter. Die vorjährige Gewinnerin des Abfahrts- und Super-G-Weltcups hat bei den drei Frankreich-Rennen die Plätze 1, 2 und 2 geholt und ist aktuell die Speed-Queen bei den Damen. Auch Suter lobte die Piste: „Sie ist top präpariert. Es macht großen Spaß, hier zu fahren.“ Sie habe das positive Gefühl aus Val d‘Isere mitgenommen, versicherte Suter.


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