Bundesländer starten Durchimpfung, Innsbruck bietet bereits Impfstraße an

Nach Kritik am zu langsamen und unkoordinierten Start der Corona-Impfungen haben sich Bund und Länder am Freitag darauf geeinigt, dass die Länder das Impfen vor Ort – ähnlich wie bei den Massentests – selbst koordinieren werden. Tirol setzt mit seiner Strategie auf die praktischen Ärzte und in Ballungsräumen auf Impfstraßen. Innsbrucks BM Willi macht erste Angebote.

Die Durchimpfung beginnt: An der Innsbrucker Klinik sind die Termine für die Impfungen bis Anfang Februar bereits ausgebucht. (Symbolbild)
© APA

Innsbruck – Das wäre einmal erledigt: Der Bund schafft den Corona-Impfstoff an, die Länder bestellen ihn und koordinieren dann die Verteilung sowie die Impfung. Nach der Kritik von LH Günther Platter (VP) haben sich Bund und Länder gestern auf diese Vorgangsweise geeinigt. Jetzt soll alles schneller gehen, Tirol erhält bis März 88.000 Impfdosen. Damit könnten bereits Ende Jänner, Anfang Februar auch über 80-Jährige außerhalb von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, dass jede einzelne Impfdose schnellstmöglich verimpft wird und alle Risiko-Gruppen umgehend durch eine Impfung geschützt werden können“, betont Platter. Er freue sich, dass die Impfstoff-Koordination und- Organisation nun individuell von den Ländern vorgenommen werden können. Beim Impfen zähle jeder Tag, so Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP). „Komplizierte Prozesse, unnötige Lagerung und Bürokratie dürfen dem nicht im Weg stehen.“

Über 80-Jährige werden angeschrieben

In Tirol werden in den nächsten Tagen alle über 80-Jährigen angeschrieben, damit sie bekannt geben können, ob sie sich für die freiwillige, kostenlose Covid-Impfung interessieren. Die Rückmeldungen laufen bei den Gemeinden zusammen. Diese werden dann in Abstimmung mit dem Land ihre Gemeindebürger ähnlich wie bei „Tirol testet“ über ihre Impfmöglichkeiten informieren.

Generell setzt das Land auf die niedergelassenen Ärzte, in den Ballungsräumen soll es Impfstraßen geben. Innsbruck Bürgermeister Georg Willi (Grüne) bietet an, diese für den Großraum Innsbruck in der Messe und im Congress einzurichten. „Unser Ziel muss eine möglichst rasche und breite Durchimpfung sein.“ Willi hofft, dass dies noch vor dem Sommerbeginn möglich sein werde. „Wir wollen ja den Tourismus wieder in Schwung bringen.“ Froh ist er über die jetzt erfolgte Abstimmung zwischen Bund und Ländern. „Sie ist notwendig, damit möglichst viele rasch geimpft werden.“

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Zangerl: „Impfchaos darf nicht schöngeredet werden"

Gesundheitsreferent und Vizebürgermeister Hannes Anzengruber (VP) sieht Innsbruck nicht nur für die Impfung der Bewohner von Altenheimen, sondern auch für die breite Bevölkerung jedenfalls strukturell gut gerüstet.

AK-Präsident Erwin Zangerl drückt seinerseits aufs Tempo. „Das Impfchaos darf nicht schöngeredet, sondern es muss gehandelt werden.“ Bis März müssten alle, die sich impfen lassen wollen, geimpft sein, fordert er. Jetzt komme endlich Bewegung in die Impfstrategie. (pn)


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