Mahrer hofft durch Test-Offensive noch auf die Wintersaison

Sozialpartner wollen mit Corona-Tests für 530.000 Arbeitnehmer weiteren Lockdown verhindern. Und die Wintersaison noch ein wenig retten.

  • Artikel
  • Diskussion (1)
"Mit den Tests geben wir unserem Tourismus eine Chance, die Wintersaison noch retten zu können", sagt Harald Mahrer, ÖVP
(Kammerpräsident).
© APA

Wien, Innsbruck – Die von der Regierung, SPÖ und Sozialpartnern angekündigten regelmäßigen Corona-Tests am Arbeitsplatz betreffen über 530.000 Arbeitnehmer in 2400 Unternehmen. Davon gehen ÖGB und Wirtschaftskammer aus. „Unsere Betriebe und ihre Mitarbeiter wollen wieder arbeiten. Dafür sind die regelmäßigen Tests ein wichtiger Schritt“, heißt es in einer Aussendung der Präsidenten Wolfgang Katzian (SPÖ) und Harald Mahrer (ÖVP).

Diese wöchentlichen Tests sollen neben Gastronomie, Handel und „körpernahen Dienstleistungen“ etwa auch Lehrer, Verwaltungsbeamte im Parteienverkehr sowie Lagerarbeiter betreffen. Arbeitsrechtliche Fragen wollen die Sozialpartner in den kommenden Tagen klären. So soll es einen Kündigungsschutz bei positivem Testergebnis geben, außerdem werden die Tests in der Arbeitszeit stattfinden – und zwar auch, wenn sie nicht direkt im Betrieb angeboten werden.

„Die Menschen wollen endlich raus aus dem Lockdown und in gewohnter Form ihre Arbeit aufnehmen, sobald es die virologische Situation zulässt“, betont Mahrer. Jeder negative Test bringe ein kleines Stück dieser Freiheit zurück. Für ihn darf es mit den neuen Schnelltests keine Ausreden mehr geben: „Testen, testen, testen wird vorübergehend unsere neue Normalität sein.“

Mahrer ist überzeugt, dass so eine Öffnung im Februar gelingen könne. „Wir haben im Sommertourismus gesehen, dass – ein umfassendes Präventions-, Hygiene- und Sicherheitskonzept vorausgesetzt – Öffnungsschritte in sicherer Form möglich sind. Mit der Teststrategie und den Eintrittstests geben wir unserem Tourismus eine Chance, die Wintersaison noch retten zu können.“

Kritik an den Eintrittstests kommt dazu von den Tiroler Freiheitlichen: „Die SPÖ wurde nun von der ÖVP und den Grünen politisch gekauft“, reagiert Freiheitlichen-Chef Markus Abwerzger empört. Wiederholt spricht sich Abwerzger gegen Testungen von gesunden und symptomlosen Personen aus. „Wann hören endlich die Politiker von ÖVP und Grünen auf Experten?“

Für Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) funktioniert die Strategie mit einer massiven Ausweitung der Antigentestungen. In den vergangenen 24 Stunden waren es 14.175 PCR-Tests, hingegen bereits 20.744 Antigentests – und das am Wochenende mit immer deutlich geringeren Zahlen. (TT)


Kommentieren


Schlagworte