Tirol bleibt Vorletzter bei Löhnen, fast zwei Drittel gingen an Männer

Die Arbeiterkammer weist auf den hohen Teilzeit-Anteil hin, Corona werde die Lage verschärfen.

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Weniger als ein Drittel der Frauen arbeitet ganzjährig in Vollzeit.
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Innsbruck, Wien – Wie bei der Einkommensstudie der Sozialversicherungen (die TT berichtete im Herbst) brachte nun auch die Analyse der Lohnsteuerdaten durch die Statistik Austria für das Jahr 2019 ein sehr ähnliches Bild.

Tirol lag demnach mit einem mittleren Einkommen von 27.312 Euro brutto im Jahr an vorletzter Stelle im Einkommensvergleich der Bundesländer. Die höchsten Einkommen gab es in Niederösterreich mit 31.920 Euro. Das waren über 4600 € brutto mehr als in Tirol. Der Abstand zum Einkommensschnitt in Österreich betrug 5 Prozent oder etwa 1400 Euro brutto im Jahr. Netto waren das über 900 Euro im Jahr, kritisiert die Tiroler Arbeiterkammer. Die Tirolerinnen und Tiroler hätten so also rund drei Wochen im Jahr länger arbeiten müssen, um auf den österreichischen Durchschnitt zu kommen.

8,2 Mrd. Euro an Männer, 4,6 Mrd. an Frauen

Von den insgesamt 12,8 Mrd. Euro an Erwerbseinkommen gingen mit 8,2 Mrd. Euro fast zwei Drittel an die Männer und 4,6 Mrd. Euro an die Frauen. Während die Männereinkommen in Tirol laut AK leicht über dem österreichischen Schnitt lagen, fielen die Fraueneinkommen deutlich zurück. Das mittlere Jahresbruttoeinkommen der weiblichen Beschäftigten machte 20.484 Euro brutto aus und war damit um 9 Prozent niedriger als der Austro- Schnitt. Tirols Frauen landeten auf dem letzten Platz.

Neben Saisonarbeit und dem hohen Tourismusanteil (14 gegenüber 8 Prozent im Österreich-Schnitt) macht die AK vor allem den überdurchschnittlich hohen Anteil an Teilzeitarbeit in Tirol als Hauptgrund für den Lohn-Rückstand aus. Im österreichischen Durchschnitt arbeiteten 51 Prozent der Beschäftigten das ganze Jahr hindurch auf einer Vollzeitstelle. In Tirol lag dieser Anteil bei nur 47 Prozent. Während fast 62 Prozent der Männer eine ganzjährige Vollzeitstelle hatten, traf dies auf nur knapp 31 Prozent der Frauen zu.

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Leider werde die Corona-Krise die Einkommenssituation in Tirol nochmals verschärfen, warnt die AK. Die Arbeitslosigkeit habe sich mehr als verdoppelt.

Das höchste mittlere Einkommen wies der Bezirk Innsbruck-Land mit 30.069 € brutto im Jahr auf. Am niedrigsten lag der Einkommensschnitt in Landeck mit 23.543 Euro brutto. (TT)


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