„Jos Pirkner in die Stadt holen“: Pirkner Real Estate mit Zuschlag in Lienz

Gidi Pirkner hat die Pläne für eine öffentliche Galerie im alten Rathaus der Stadt verworfen und baut ein „Art and Suite“-Hotel. Die Stadt kann damit leben.

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Gidi Pirkner setzt sein Hotelprojekt im alten Rathaus nun ohne eine ursprünglich geplante öffentliche Galerie im Gebäude um.
© Blassnig Christoph

Von Christoph Blassnig

Lienz – Als die Stadt Lienz das alte Rathaus im Jahr 2012 zum Kauf angeboten hat, lautete eine der Vorgaben an die Interessenten, dass zukünftig eine öffentliche Nutzung des Gebäudes einzuplanen sei. Den Zuschlag im Auswahlverfahren erhielt schließlich die Pirkner Real Estate GmbH, die dem in Tristach lebenden Maler und Bildhauer Jos Pirk­ner und seinem Sohn, dem Veranstaltungsunternehmer Gidi Pirkner, gehört. Die Eigentümer planten ursprünglich nicht nur eine öffentliche Galerie im ersten Obergeschoß einzurichten, sondern auch gleich einen Veranstaltungssaal für bis zu 150 Personen zu bauen. Diese Pläne wurden in der Zwischenzeit geändert. Gidi Pirkner verwandelt die baufällige Innenstadt-Immobilie vollständig in ein „Art and Suite“-Hotel, die TT berichtete. Kunst und Kultur sollen demnach zwar Teil des Konzeptes bleiben, allerdings nicht mehr in der ursprünglich geplanten öffentlichen Form.

„Ein wesentliches Argument für unsere Entscheidung ist der Faktor Zeit“, sagt Pirkner. Sein Vater sei inzwischen 93 Jahre alt. „Eine Galerie muss man erst einmal betreiben, also Künstler betreuen, Öffnungszeiten anbieten. Diesen Aufwand darf man nicht unterschätzen.“ Kunst, besonders auch in Werken von Jos Pirkner selbst, soll im ehemaligen Lienzer Rathaus dennoch einen hohen Stellenwert haben. „Wir setzen auf die außergewöhnliche Atmosphäre, die im gesamten Gebäude durch Kunstobjekte und Gemälde entstehen wird“, sagt Gidi Pirkner. „Ich kann mir vorstellen, dass wir auch anderen Künstlern Gelegenheit geben werden, ihre Werke in unserem Haus zu zeigen.“ Sollte der Ortsbildschutz mitspielen, könnte Jos Pirkner auch die Fassade durch eine Malerei gestalten.

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik unterstützt die geänderten Pläne der Investoren: „Wir haben uns beim Verkauf eine Präsenz der Kunst im Umfeld dieses Hauses gewünscht. Diesen Wunsch sehe ich erfüllt, wenn in den Gängen und Räumlichkeiten des Art-Hotels Kunst von Jos Pirkner zu sehen sein wird. Wir holen auf diesem Weg den großen Künstler in unsere Stadt.“

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