Kopfschütteln über Grieser Dorfchef

Bürgermeisterzwist im Wipptal: Der Grieser Karl Mühlsteiger spricht beim Recyclinghof von Kostenexplosion, der Steinacher Josef Hautz weist das zurück.

Seit rund einem Monat ist der neue Recyclinghof in Steinach für alle Wipptaler geöffnet. Die Kosten liegen bei rund 3,6 Mio.
© Domanig

Von Denise Daum

Gries, Steinach – Unbeliebt macht sich derzeit der Grieser Bürgermeister Karl Mühlsteiger bei seinen Kollegen im Wipptal. Mit dem Planungsverbands-Obmann Alfons Rastner aus Mühlbachl ist er wegen einer Meinungsverschiedenheit rund um die Lueg-Brücke beleidigt. „Er spricht nicht mehr mit mir“, bestätigt Rastner.

Nun legt sich Mühlsteiger mit dem Steinacher Bürgermeister an. In der Gemeindezeitung schreibt Mühlsteiger, dass es beim Bau des Recyclinghofs in Steinach, ein Gemeinschaftsprojekt der Wipptaler Gemeinden, eine Kostenüberschreitung von 1,3 Millionen Euro gab. In die Verantwortung nimmt Mühlsteiger den Standortbürgermeister Josef Hautz. „Es kann und darf nicht sein, dass unsere Gemeinde aufgrund extrem inkompetenten Handelns einen enormen Schaden dadurch zu tragen hat (sic)...“, schreibt Mühlsteiger.

Josef Hautz zeigt sich angesichts dieser Unterstellungen fassungslos. Ja, eine allererste Kostenschätzung lag bei rund 2,4 Millionen. Doch die habe sich auf ein völlig anderes Projekt an einem anderen Standort bezogen. „Dann kam ein neuer Standort mit einem neuen Projekt und einer neuen Kostenschätzung auf den Tisch“, betont Hautz. Für dieses – im Dezember vergangenen Jahres fertig gestellte – Vorhaben lag die Kostenkalkulation bei rund 3,6 Millionen Euro. Die Abrechnungen seien noch nicht alle gemacht, man dürfte aber eine Punktlandung hinlegen, so Hautz. Die Bürgermeister seien selbstverständlich in die Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen. „Wir haben das zudem alles mit dem Land Tirol besprochen, daraufhin wurden ja auch die Förderungen für den Recyclinghof erhöht“, betont Hautz.

Insgesamt erhalten die Gemeinden rund 2,5 Millionen vom Land. Bleibt noch etwas über eine Million, die von den Wipptalern selbst zu finanzieren ist. „Es gibt zudem noch die Covid-Förderung, die für den Recyclinghof verwendet werden kann. Zieht man die ab, hat die Gemeinde Gries nur noch rund 15.000 Euro zu zahlen“, rechnet Hautz vor.

Alfons Rastner ist ebenso irritier­t über die Rundumschläge von Mühlsteiger. „Er ist auf einem Egotrip und agiert total emotional“, sagt Rastner.

Mühlsteiger wiederum unterstellt den beiden Bürgermeistern, gegen das Tal zu arbeiten und sich in seine Angelegenheiten einzumischen. „Es bringt nichts, wenn ich mich mit ihnen auseinandersetze. Ich bin nur der Grieser Bevölkerung in der Pflicht.“


Kommentieren


Schlagworte