Land fixiert Impfplan für 40.000 Tiroler: „Notfalls gehen wir von Haus zu Haus“

Die Tiroler Gemeinden melden bis 21. Jänner ihre impfwilligen Einwohner über 80 Jahre. Innsbruck richtet nächste Woche eine Impfstraße in der Messe ein. LR Bernhard Tilg: Im ersten Quartal sollen alle geimpft werden.

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Die über 80-Jährigen werden diese Woche informiert. Die Gemeinden hoffen darauf, dass sich möglichst viele impfen lassen.
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Innsbruck – Die Impfstrategie des Landes nimmt konkrete Formen an: 88.000 Impfdosen werden im ersten Quartal bereitgestellt, die Gemeinden informieren seit gestern ihre über 80-jährigen Einwohner. „Wir hoffen natürlich, dass sich möglichst viele impfen lassen“, sagt Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf. Der Aufwand sei bewältigbar, „schließlich geht es um die Bekämpfung der Pandemie“.

Es betrifft rund 40.000 Tiroler. In Innsbruck werden 6800 Personen, die nicht in einem Alten- oder Pflegeheim leben, ab heute angeschrieben. Bis Donnerstag, 21. Jänner, soll es tirolweit einen Überblick über die Anzahl jener geben, die zu einer Impfung bereit sind. Danach erfolgen die Koordination und der Impfbeginn.

Insgesamt wird in enger Abstimmung mit den niedergelassenen Ärzten vorgegangen. Laut dem Innsbrucker Gesundheitsreferenten und Vizebürgermeister Hannes Anzengruber (VP) haben sich über 120 niedergelassene Mediziner im Raum Innsbruck gemeldet, die bereit sind, Impfungen zu verabreichen. Parallel dazu laufe die Planung für eine Impfstraße. „Nächste Woche werden wir die Grundinfrastruktur dafür haben. Voraussichtlich in der Messe.“

Experten, u. a. der Rektor der MedUni Wien, Markus Müller, appellierten am Montag, sich auch impfen zu lassen. Die Initiative „Österreich impft“, die vom Roten Kreuz gestartet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, breit und objektiv über die Vorteile der Coronavirus-Schutzimpfung zu informieren. Möglichst alle Menschen sollen sich impfen lassen, so ihr Vorhaben.

Bedarfserhebung ist eine Herausforderung

Nach Impfung der Bewohner und Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen sowie des Personals in den Spitälern, vor allem auf den Covid-Stationen, soll dann bereits Ende Jänner damit begonnen werden, die rund 40.000 Tirolerinnen und Tiroler über 80 Jahre gegen das Coronavirus zu impfen. Am Wochenende wurden die Eckpfeiler der Impfstrategie ausgearbeitet, gestern die Gemeinden darüber informiert. Bis Donnerstag, 21. Jänner, werden sie dem Land die Impfwilligen ­melden.

Die Bedarfserhebung ist eine Herausforderung. „Aber wir schaffen das“, ist Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf optimistisch. Das hätten ihm seine Kolleginnen und Kollegen versichert. „Notfalls gehen wir von Haus zu Haus“, fügt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik hinzu.

Eine gemeinde- und wohnortnahe Impfung ist sehr wichtig, um möglichst viele Tiroler zu erreichen.
Bernhard Tilg (Gesundheitslandesrat)

Das Land unterstützt die Kommunen mit einem Leitfaden. „Nach Einlangen der Daten aus den Gemeinden erfolgt die Zuteilung des zur Verfügung stehenden Impfstoffs. Es ist davon auszugehen, dass im Laufe des ersten Quartals alle Personen über 80 Jahren geimpft werden können“, sagt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) gegenüber der TT. Die Covid-19-Impfung könne nur in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen sowie den Gemeinde- und Hausärzten gut umgesetzt werden. „Eine gemeinde- und wohnortnahe Impfung ist sehr wichtig, damit möglichst viele Tirolerinnen und Tiroler geimpft werden können.“ Die Tiroler Gemeinden seien wichtige Partner des Landes Tirol bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, so Tilg.

„Es ist das Ziel bei dieser Impfkampagne, den Impfstoff zu den Menschen zu bringen“, heißt es in der Information des Landes. Deshalb wird ein dezentrales Impfangebot über die Struktur der niedergelassenen Ärzte geschaffen. In Ballungsräumen werden zusätzliche Impfstraßen eingerichtet. Nach der Bedarfserhebung erstellt das Land mit den Gemeinden und den Ärzten schließlich den Impfplan.

Vorbereitungen in Innsbruck

In der Landeshauptstadt laufen die Vorbereitungen für die Voranmeldung ebenfalls auf Hochtouren. „Wir geben den älteren Menschen die Möglichkeit, bekannt zu geben, ob sie sich impfen lassen wollen“, sagt Innsbrucks Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (ÖVP). Ein digitales Register wird angelegt. Dieses Programm soll laut Anzengruber für „alle weiteren Erhebungen und Voranmeldungen im Zusammenhang mit den Impfungen genutzt werden“. Es sei wichtig zu wissen, wer geimpft werden wolle und wie man ihn im Falle des Starts der Aktion schnell und unkompliziert erreichen könne.

Parallel laufe derzeit die Planung für eine Impfstraße in Innsbruck, sagt Anzengruber. „Nächste Woche werden wir die Grundinfrastruktur dafür haben. Voraussichtlich werden wir sie in der Messe einrichten.“ (pn, bfk)


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