Kramsacher Opposition fordert eine Bausperre

In Kramsach sehen die Listen „Gemeinsam für Kramsach“ und die FPÖ die Infrastruktur überfordert. Aber Fachleute raten von einer Bausperre ab.

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Stopp für weitere Bauarbeiten, die den Zielen der Gemeinde Kramsach zuwiderlaufen, das fordert die Opposition im Gemeinderat.
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Von Wolfgang Otter

Kramsach – Der Baulandüberhang ist ein Problem, da ist man sich einig. 35 Hektar stehen in Kramsach zur Verfügung. Die Widmungen stammen aus einer Zeit, „als den Gemeinden empfohlen wurde, mehr zu widmen, damit durch das größere Angebot die Preise sinken“, erzählt BM Bernhard Zisterer. Gut gemeint, aber nicht gut getroffen. Das Horten an Baugrund ging vorerst weiter.

Andererseits hat Kramsach auch einen großen Druck von außen an zuzugswilligen Familien zu verzeichnen. Der Grund und Boden ist hier angesichts der Preise in den städtischen Ballungszentren immer noch eher erschwinglich. Das bringt wiederum Probleme auf einer anderen Seite: „Die Infrastruktur kommt nicht mehr mit“, warnt Gemeinderat Markus Vögele von der Liste Gemeinsam für Kramsach. Da ist man sich mit Gemeinderat Andreas Gang von der FPÖ einig. Daher wurde bereits Ende November ein dringlicher Antrag auf eine Bausperre im Gemeinderat eingebracht, aber von der Mehrheit an den Ausschuss zugewiesen. Der wird sich nun kommende Woche damit beschäftigen.

Es ginge, so Vögele, nicht darum, den Kramsachern das Leben schwer zu machen. „Eine Kramsacher Familie soll nach wie vor bauen oder ein Haus vergrößern können“, stellt er klar. Aber mit der Bausperre könnte man kurzfristig den Zuzug eindämmen. Daher sollen laut Antrag „nur mehr Projekte genehmigt werden, welche nicht den Zielen der Gemeinde zuwiderlaufen“. Gewissermaßen eine Notfallmaßnahme, da sich das örtlicher Raumordnungskonzept noch hinzieht. Auch wenn es derzeit heißt, dass es noch heuer beschlossen wird, glaubt Gang nicht daran. Bereits zweimal habe man eine Fristverlängerung beantragt und auch erhalten.

„Der Raumordnungsfachmann der Gemeinde und das Land Tirol haben uns von der Bausperre dringend abgeraten, wir würden uns damit nur selber im Weg stehen und alles nur verkomplizieren und verzögern“, sagt hingegen BM Zisterer, der dieser Empfehlung folgen will.

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