Das Osttiroler Talentetauschen trotzt der Krise

Der Verein Talente Osttirol beweist, dass es kein Geld braucht, um regionales Wirtschaften zu ermöglichen.

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Tobias Plettenbacher (r.) aus Oberösterreich unterstützte die Osttiroler Talente, im Bild Reinhold Pölsler und Michael Oberlojer (v. l.).
© Tauschkreis Osttirol

Von Christoph Blassnig

Lienz – Vor zwei Jahren haben sich tauschbegeisterte Osttiroler von der Tiroler Landesorganisation losgelöst und einen eigenen Verein gegründet. Obmann ist Reinhold Pölsler. Unter seiner Führung haben sich damals 33 Gründungsmitglieder organisiert. Inzwischen ist die Zahl der Aktiven auf über 50 angestiegen, trotz des Veranstaltungsverbotes im Vorjahr. Die Vereinsmitglieder tauschen (auch selbst erzeugte) Waren oder Dienstleistungen. Eine Arbeitsleistung von einer Stunde entspricht dabei der Vereinswährung von einem Talent, das man eins zu eins gegen Angebote anderer Mitglieder einlösen kann.

„Wir wachsen stetig. Unser erklärtes Ziel ist, die Zahl der Mitglieder noch einmal zu verdoppeln“, sagt der Vereinsgründer. Allerdings wird Pölsler den Verein verlassen, sobald die Corona-Einschränkungen eine Neuwahl des Vorstandes gestatten. Nachfolgen wird Manuela Ruggenthaler, die selbst seit einigen Jahren im Tauschkreis mitmacht und außerdem schon bisher im Vorstand die Geschicke des Vereines mitlenkte. „Ich gebe den Verein gerne und mit einem guten Gefühl in jüngere Hände“, sagt Pölsler, der mit seiner Ehefrau den gemeinsamen Wohnsitz nach Kärnten verlegen wird. „Meine kostenlose Hörberatung im Bildungshaus Osttirol und meine Mitarbeit in der Selbsthilfegruppe werde ich fortführen“, verspricht der scheidende Obmann.

Die neue Obfrau sieht für den Verein gute Voraussetzungen. „Die Menschen legen wieder Wert auf Wiederverwertung, Regionalität, Gemeinsamkeit und Umweltschutz. So haben wir uns auch im Krisenjahr gegenseitig gut unterstützen können.“ Projekte, die noch unter Pölslers Führung begonnen wurden, sollen abgeschlossen bzw. fortgeführt werden. Online ist inzwischen eine eigene Homepage unter www.talente-osttirol.at, deren Aufbau durch eine Leader-Förderung ermöglicht wurde. In zahlreichen Workshops profitierten die Osttiroler Tauschfreunde außerdem von den Erfahrungen erfolgreicher Partnerorganisationen in Oberösterreich und Vorarlberg.

Auf der Homepage wird es zukünftig eine Suchfunktion für alle Dienstleistungs- und Warenangebote auf einem Marktplatz geben. Dort können sich Interessierte einen Überblick verschaffen oder sich gleich selbst anmelden. „Außerdem planen wir, wieder Repair-Cafés zu veranstalten“, berichtet Ruggenthaler. An diesen Tagen würden nicht nur Vereinsmitglieder von den vielfältigen Begabungen anderer profitieren können, sondern jeder.

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