Kärnten startet mit Impfung der über 80-Jährigen

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Nach dem langsamen und unkoordinierten Start der Corona-Impfungen in Österreich wird dies nun von den Ländern selbst koordiniert. Neben Bewohnern von Heimen und Gesundheitspersonal sollen als nächstes über 80-Jährige geimpft werden. In Kärnten wird damit bereits am Samstag begonnen, auch in Oberösterreich soll der Impfstart noch im Jänner erfolgen. Alle anderen Bundesländer folgen im Februar, teilweise ist auch erst dann eine Anmeldung möglich, ergab ein Rundruf der APA.

In Kärnten sollen ab dem 16. Jänner über 80-Jährige geimpft werden, die nicht in Alters- und Pflegeheimen leben. Laut Informationen des Landespressedienstes stehen für die Generation „80 plus“ vorerst 3.900 Impfdosen zur Verfügung - und die dürften bald aufgebraucht sein. Denn allein in den Städten Klagenfurt und Villach haben sich bereits mehr als 3.000 Personen über 80 für eine Impfung angemeldet. Noch bis Donnerstag werden die Daten der Impfwilligen von den einzelnen Gemeinden gesammelt, am Samstag sollen die Immunisierungen dann in den acht Bezirksstellen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) durchgeführt werden.

In Oberösterreich sollen noch im Jänner 14.400 Über-80-Jährige, die nicht in Heimen leben, gegen Covid-19 geimpft werden. Ab Freitag, 14.00 Uhr, soll man sich dazu über eine Hotline oder online anmelden können, ab Dienstag, 19. Jänner, wird geimpft. Die Impfdosen werden auf die Bezirke verteilt, je nachdem wie viele Über-80-Jährige dort wohnen. Die Bezirksverwaltungsbehörden entscheiden, an welchem Standort im Bezirk geimpft wird, dieser soll am Donnerstag kommuniziert werden. Bis Ende Jänner rechnet LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) damit, „dass wir circa 30 Prozent der Über-80-Jährigen die erste Impfung geben konnten“. Für jene, die im ersten Schritt nicht zu einer Immunisierung kommen, werde ein Vormerksystem eingerichtet. Die Durchimpfung der Über-80-Jährigen werde allerdings viele Wochen dauern.

In Tirol sollen rund 40.000 über 80-Jährige ab Anfang Februar die Möglichkeit zum impfen bekommen. Derzeit würden die Betroffenen von den Gemeinden per Brief aufgefordert, sich bei Interesse zu melden. Bis Ende nächster Woche soll dann feststehen, wie viele dazu auch bereit sind, hieß es vom Land zur APA. Danach werde beim Bund die entsprechende Anzahl bestellt, wobei das Bundesland im ersten Quartal des Jahres ohnehin rund 88.000 Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer erhalten wird, wovon auch Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden sollen. Die Impfungen selbst werden dann bei den Hausärzten stattfinden oder auch in den Impfstraßen, die sich aktuell noch in Planung und Organisation befinden würden.

In Salzburg können sich alle über 80-Jährigen, die nicht in einem Heim wohnen, ab 1. Februar für die Impfung anmelden. Die Vormerkung erfolgt über das Internet, die Gesundheitshotline 1450 oder den Hausarzt. Eine Anmeldung ist aber noch keine Terminreservierung, sondern nur eine Datenaufnahme. Die Menschen werden dann von ihren Hausärzten für einen Impftermin kontaktiert, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist - und auch bei ihnen geimpft. Hausärzte können sich dabei auch zu Impfpraxen zusammen schließen. „Das heißt aber auch, dass sich einer, der sich am 1. Februar anmeldet, bereits am 10. Februar dran kommen kann, ein anderer aber erst am 22. März“, erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Dienstag. Die betroffene Gruppe, der in Salzburg rund 20.000 Personen angehören dürfen, soll bis Ende März fertig geimpft werden.

In Niederösterreich werden ab Kalenderwoche sechs (8. bis 14. Februar) über 80-Jährige, die nicht in Heimen leben, gegen das Coronavirus geimpft. Verabreicht werden die Vakzine in Ordinationen von niedergelassenen Ärzten. Wie schnell die etwa 98.000 Menschen im Bundesland immunisiert werden können, liege an der Verfügbarkeit der Vakzine und an der Impfbereitschaft der Personengruppe, hieß es am Dienstag aus dem Büro von Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Schon in der kommenden Woche soll ein Online-Anmeldesystem implementiert werden. Weniger technikaffinen Menschen soll - etwa durch die Gemeinden - bei der Registrierung unter die Arme gegriffen werden.

In Wien soll die Zielgruppe ab spätestens Mitte Februar geimpft werden. Laut Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) könnte der Zeitpunkt auch vorgezogen werden, falls die Liefermenge an Impfstoffe sich beschleunigt, wie er am Dienstag erläuterte. Den Auftakt sollen ältere Menschen mit Zusatzerkrankungen machen. Die Stadt will schrittweise sieben Impfstraßen analog zur Grippeimpfung eingerichtet. Eine Vormerkung für diese ist ab 18. Jänner, eine Anmeldung ab 1. Februar möglich. Zudem werden Impfgelegenheiten in Krankenanstalten und in Tageszentren eingerichtet.

In der Steiermark ist noch offen, ab wann die über 80-Jährigen außerhalb von Heimen geimpft werden. Laut Impfkoordinator Michael Koren werde man erst dann an diese Zielgruppe herantreten, wenn man wisse, dass genug Impfstoff, der einfacher zu handhaben ist, zur Verfügung steht. Das könnte im Februar, vielleicht aber auch erst im März der Fall sein. Gemeinden und Städte sollen rechtzeitig an die betagten Menschen - voraussichtlich schriftlich - herantreten, aber auch erst dann, wenn die Impfdosen absehbar zur Verfügung stehen. Eine Hotline für Anmeldungen hält er aktuell für sinnlos, denn dann würden jene, die zuerst durchkommen, die ersten Dosen bekommen und andere müssten dann wochenlang warten. Momentan sei einfach nicht genug Impfstoff für alle da. Und Impfungen anzubieten, die dann vielleicht erst im März möglich sein werden, sei in seinen Augen eine „Frage der Seriosität“. In der Steiermark leben rund 75.000 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Etwa 12.000 Menschen leben in Pflegeheimen und werden von rund 10.000 Pflegekräften betreut.

In Vorarlberg erhalten jene Bewohner, die über 80 Jahre alt sind und nicht in einem Heim wohnen, in den nächsten Tagen eine Impf-Einladung von ihrer Wohnsitzgemeinde, damit verbunden ist auch der Aufruf, sich vormerken zu lassen. Sobald der benötigte Impfstoff im Land eintrifft, werden die vorgemerkten Personen verständigt. Diese können sich anschließend Ort und Zeit für eine Impfung in einer der sieben Vorarlberger Impfstationen aussuchen.

Nachdem noch nicht klar sei, wie viele Personen sich in Alters- und Pflegeheimen sowie beim Gesundheitspersonal impfen lassen, könne im Burgenland noch nicht gesagt werden, ob mit der Gruppe „80 Plus“ noch im Jänner begonnen wird, erklärte Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) bei einer Pressekonferenz. Im Lauf der nächsten Tage und Wochen werde sich zeigen, welchen „Spielraum“ es für die Gruppe „80 Plus“ gebe, so Schneemann. Anmelden müssen sich die 80-Jährigen auch über das geplante Vormerksystem - soweit das möglich ist. Es werde auch die Möglichkeit geben, dies über den Hausarzt machen zu lassen, so Schneemann. Er geht davon aus, dass sich in den Heimen 70 bis 80 Prozent impfen lassen wollen.


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