Kritik an Gemeinde-Obolus für Skibusse im Zillertal

Das Skibussystem der Seilbahnen fördern viele Gemeinden im Zillertal mit Subventionen. GV Christoph Steiner aus Zell kritisiert das
© Dähling

Zell a. Z. – Eine Grundsatzdebatte darüber, ob Gemeinden Skibusse mitfinanzieren sollen, bricht der Zeller FPÖ-Gemeindevorstand Christoph Steiner vom Zaun. „Ich sehe nicht ein, dass die Gemeinden, von denen es vielen finanziell eh jetzt nicht gut geht, aus dem Steuertopf millionenschwere Seilbahnunternehmen unterstützen“, meint Steiner.

Hintergrund ist ein Gemeinderatsbeschluss. In der Dezember-Sitzung wurden in Zell unter Punkt 2 die Subventionen für diverse Vereine beschlossen sowie das Ansuchen über eine finanzielle Zuwendung für den Skibusbetrieb der Zeller Bergbahn behandelt. Seit vielen Jahren bezuschusst die Gemeinde Zell den Skibusbetrieb. Mit 8:4 Stimmen wurden 27.000 Euro dafür beschlossen, die im Laufe des Jahres ausgezahlt werden sollen. Je nachdem, in welchem Umfang der Skibusbetrieb heuer aufgrund der Corona-Beschränkungen benötigt wird, wird sich diese Summe aber reduzieren. „Die Bergbahnen haben jahrelang Millionen verdient. Ein Hotelbesitzer muss ja auch selbst schauen, wie die Gäste zu ihm kommen“, meint Steiner, der die Subvention lieber woanders einsetzen würde: „Wir haben großen Sanierungsbedarf in der Gemeinde und brauchen für Kindergarten, Volksschule, Gemeindewohnhaus und Lehrerhaus Geld.“

VP-Bürgermeister Robert Pramstrahler ist die Kritik nicht neu. „Das höre ich jedes Mal wieder von der FPÖ. Gerade jetzt finde ich es aber angebrachter, den Seilbahnern zu danken, dass sie nur für uns Einheimische offen lassen, obwohl das ein Minusgeschäft ist.“ Die Skibusse würden wesentlich zur Verkehrsentlastung des Ortes beitragen. „Sie sind für alle Skifahrer kostenlos und auch für unsere Kinder und Jugendlichen eine bequeme Möglichkeit, das Skigebiet zu erreichen“, argumentiert Pramstrahler die Förderung. Die Gesamtkosten für den Skibusbetrieb der Zillertal Arena würden sich auf rund 680.000 Euro belaufen.

Ein Rundruf in mehreren Gemeinden des Zillertales ergab übrigens, dass viele Gemeinden einen finanziellen Beitrag für das Skibussystem leisten. Fügen etwa zahlt 5000 €, Gerlos 55.000 €, Tux 75.000 € und Kaltenbach nichts – laut Auskunft der jeweiligen Bürgermeister. (ad)

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