Prostituierte tappten in Falle der Innsbrucker Polizei

Polizei sperrte Wohnung zu, die trotz Covid-Verbots an Prostituierte vermietet wurde.

Die als Freier getarnten Beamten bestellten die Prostituierten in die Nähe der Polizeiinspektion Innere Stadt.
© Böhm Thomas

Innsbruck – Das illegale Innsbrucker Rotlichtmilieu ist in den vergangenen Tagen wieder einmal in den Fokus der Polizei geraten. Für die ausgeforschten Prostituierten wurde es besonders teuer, da sie durch ihre Tätigkeit auch gegen die geltenden Covid-Beschränkungen verstoßen haben. Kurios: Die Damen kamen diesmal selbst zur Polizei.

„Normal besuchen wir die Frauen ja an ihren Arbeitsplätzen in Wohnungen und Hotelzimmern“, erzählt Polizeijurist Florian Greil, Leiter der Sicherheits- und Verwaltungspolizeilichen Abteilung. Doch am Dienstag vereinbarten die als Freier getarnten Beamten des Strafamtes mit den Prostituierten Termine in der Maximilianstraße. „Praktischerweise befindet sich dort die Polizeiinspektion Innere Stadt, wo dann gleich die Anzeigen aufgenommen werden konnten.“ Die erste Pros­tituierte war eine Rumänin, die sich von einem Landsmann zum Treffpunkt chauffieren ließ. „Der Fahrer wurde als Beitragstäter ebenfalls angezeigt“, erzählt Greil. Nach Abschluss der Amtshandlung bestellten die Beamten eine Bulgarin zum Treffpunkt in der Maximilianstraße. Die Prostituierte kam zwar allein, hatte aber noch eine Strafe von früher offen. Insgesamt ließ sie rund 1200 Euro in der Polizeikasse.

Die dritte Prostituierte, erneut ein Rumänin, kam wieder in Begleitung zum Termin mit einem vermeintlichen Freier. „Wie schon beim ersten Fall wurden beide angezeigt“, so Greil weiter.

Bereits am Montagnachmittag führten Beamte der Polizeiinspektion Saggen ebenfalls Rotlichtkontrollen durch. Dabei ertappten sie eine Prostituierte, die den vermeintlichen Kunden zu einer Wohnung im Pema-Turm in der Amraser Straße lotste. Dort hielt sich die Frau nicht allein auf – sie teilte sich das Appartement mit zwei weiteren Prostituierten. Aber nicht nur die Frauen wurde angezeigt, sondern auch der Wohnungsbesitzer. „Weil er die Unterkunft trotz Covid-Verbots über eine Buchungsplattform im Internet vermietet hat“, begründet der Polizeijurist.

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Doch damit ist vorerst Schluss: Das Strafamt ließ die Wohnung schließen und das Amtssiegel am Eingang anbringen. (tom)


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