Wie geht es mit Lockdown und Co. weiter? Länder tappen im Dunkeln

Bis Ende März sollen 50.000 Tiroler geimpft werden. Ob der harte Lockdown beendet oder verlängert wird, kann LH Platter noch nicht sagen.

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Der Weg zur Normalität: Die schwarz-grüne Landesregierung hofft mit der Impfung im heurigen Jahr auf eine Trendwende.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – In der Tiroler Volkspartei rumort es an allen Ecken und Enden. Der Unmut über die türkis-grüne Bundesregierung und die mangelnde Kommunikation mit den Ländern wird immer größer. Vor allem im Wirtschaftsflügel, der endlich wissen möchte, wie es nach dem 24. Jänner weitergeht. Ob und in welcher Form der harte Lockdown beendet oder verlängert wird. Auch, ob regionale Lösungen angedacht werden und wie möglicherweise ein stufenweises Öffnen aussieht. Landeshauptmann Günther Platter (VP) appellierte deshalb an die Bundesregierung, dass es „Signale der Zuversicht“ und Schritte zur Normalität benötige.

Doch zurück kommt aktuell nicht viel, eher schaut es nach einer Verlängerung des Lockdowns aus. Einzig der Handel könnte am 25. Jänner aufsperren. Platter hat aber noch keine Informationen erhalten, die Fallzahlen in Tirol seien jedenfalls gut. „Das kann sich jedoch von heute auf morgen wieder ändern. Außerdem müssen wir noch deutlich runter mit dem Infektionsgeschehen“, erklärte der Landeshauptmann. Mehr wollte und konnte er noch nicht sagen.

Der Chef der Inneren Medizin an der Klinik Innsbruck, Günter Weiss, sieht die Lage an den Spitälern entspannter, aber stabil. Wobei stabil heißt, dass aktuell gleich viele Patienten aufgenommen wie entlassen werden. 143 Corona-Erkrankte benötigten am Mittwoch eine stationäre Behandlung, 26 liegen auf den Intensivstationen. „Im Vergleich zum November bewegen wir uns bei einem Drittel der Belegszahlen“, so Weiss.

Konkreter wird es schon bei der Impfstrategie des Landes, die drei Etappen bis Mai umfasst: In diesen Tagen werden alle Betreuer und Bewohner von Altenheimen geimpft, das dauert bis Ende Jänner. Bis 15. Jänner erhalten alle Mitarbeiter in den Covid-Stationen in Tirols Krankenhäusern die erste Teilimpfung, Ende nächster Woche könnte schon mit der Impfung der über 80-Jährigen begonnen werden. „Bis zur ersten Märzhälfte sollen sie die erste Teil­impfung bekommen“, kündigt Platter an. Personen mit Vorerkrankungen und hohem Risiko sowie Gesundheitspersonal wird in der ersten Phase ebenfalls berücksichtigt.

Ab 1. Februar können sich bereits alle Tiroler unter www.tirolimpft.at zur Impfung anmelden. Auf der Anmeldeplattform gibt es ausführliche Informationen über den Tiroler Impfplan. Die über 65-Jährigen werden spätestens ab April bzw. nach Verfügbarkeit von Impfdosen prioritär geimpft, ab Mai schließlich die Allgemeinheit. Im ersten Quartal geht Platter von 50.000 Impfungen aus.

Ausgedehnt wird zugleich die Teststrategie. „Im Endausbau sollen an 19 Standorten mit 118 Teststraßen gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten 50.000 Testungen pro Tag in Tirol möglich sein“, betont LH Platter. (pn)


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