Auf die Sonnenseite des Schmirntales: Skitour zum Sumpfkopf

Nur 750 Höhenmeter sind für die Tour von Schmirn zum Sumpfkopf zu bewältigen. Dennoch überzeugt der Gipfel mit herrlichem Ausblick auf Olperer und Co. Und sonnig ist der Aufstieg zudem.

Auf zum Sumpfkopf.
© flex

Schmirn – Das Schmirntal, ein ca. zwölf Kilometer langes Seitental des Wipptales, trennt die Tuxer Alpen im Norden von den Zillertaler Alpen im Süden. Bedingt durch die leichte Erreichbarkeit und dank des St. Jodoker Bahnhofes (seit 1867), schrieben das Schmirn- sowie Valsertal schon früh Alpingeschichte – wie mit der Erstbesteigung des Olperers im Jahre 1867 durch Grohmann, Jackl und Samer über den Südostgrat.

Verhältnismäßig ruhig und beschaulich, fast gespenstisch, zeigt sich das Schmirntal während des Sommers. Im Winter allerdings füllt das Schmirntal in vielen Tourenbüchern eigene Kapitel. Die zahlreichen Gipfel, Flanken und Rinnen sind ein Schlaraffenland für Skitourengeher.

Auch uns führte es zu Beginn der Woche ins Schmirntal. Und zwar hinauf auf den Sumpfkopf (2317 Meter). Eine Skitour auf der Sonnenseite des Schmirntals. Sonnenseitig deshalb, weil das Thermometer im Tal minus 19,4 Grad anzeigte und uns schattseitig zu kalt gewesen wäre.

Oberhalb der Waldgrenze bis zu einem Sattel.
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Ob „Hoger“ – also Hohe Warte -, Ottenspitze oder Gammerspitze. Wer im Schmirntal tourt, ist meistens fortgeschritten. Ganz einfache Anfängertouren findet man kaum. Viele Touren hier sind rassig, steil und erfordern alpine Kenntnisse. Der Sumpfkopf ist dabei noch ziemlich harmlos. Mehr als mittelschwierig ist die Route zum Gipfelkreuz nicht; und mit 750 Höhenmetern und knapp drei Kilometern ist die Tour auch überschaubar, überzeugt aber dennoch mit einem grandiosen 360-Grad-Panoramablick.

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So kommt man hin: Von Schmirn bzw. St. Jodok geht’s zuerst mit dem Auto hinauf in Richtung Hochgeneiner Hof. Eigentlich bis zur ehemaligen Jausenstation Edelraute.

📽️ Video | Skitour auf den Sumpfkopf

Dort startet die Tour beim kostenfreien Parkplatz, der ca. Kapazität für 20 Autos bietet. Falsch oder doch richtig? Ohne Navigationssystem wären wir heute noch nicht am Parkplatz und am Sumpfkopf angelangt, denn ein bisschen kompliziert ist die Zufahrt auf der Bergstraße schon.

Im Tal unten ist es noch schattig, hier heroben scheint schon die Sonne. In Anbetracht der tiefen Temperaturen ist das auch gut so. Vom Parkplatz marschieren wir etwa 100 Meter entlang der Asphaltstraße in Richtung Westen bis zu einer Wiese. Dort, entlang der Spuren, geht es hinauf in Richtung Sumpfkopf, der bereits in Fluchtlinie oberhalb zu sehen ist. Zu Beginn mäßig steil empor kürzen wir bald durch den Wald ab. Wer will, kann auf dem Forstweg bleiben.

Wir folgen der Spur über lichtes Almengelände bis nach oben auf einen Sattel. Wirklich flach ist es eigentlich nie. Einige Spitzkehren sind vonnöten. Am Sattel angekommen, führt uns der weitere Anstieg rechts hinauf in Richtung Gipfel des Sumpfkopfes – entlang eines Grates und Stacheldrahtzaunes bis auf den höchsten Punkt und zum 2317 Meter hohen Gipfelkreuz.

Tourentipp online

Den Track zur Tour finden Sie hier.

Ein bisschen abgeblasen war es zu Wochenbeginn, das dürfte sich in der Zwischenzeit geändert haben. Was für ein Ausblick! Nach Südosten zeigen sich zum Greifen nah Olperer, Fußstein und Schrammacher. Richtung Westen sind die Tribulaune (Obernberger, Gschnitzer, Pflerscher) und der markante Habicht nicht zu übersehen.

Herrlich, und das trotz kalter minus 12 Grad am Gipfel. Ob der Sonneneinstrahlung und der trockenen Kälte ist es aber ziemlich angenehm. Und menschenleer ist der Gipfel nebenbei. Alles richtig gemacht. Nur ein paar Gämsen unterhalb von uns sind neugierig und machen pfeifend aus der Ferne auf sich und ihr Rudel aufmerksam.

Auf dem breiten Gipfelgrat entlang eines Stacheldrahtzauns zum Gipfel.
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Entlang der Aufstiegsspur geht es zurück zum Parkplatz. Die Schneequalität war zu Wochenbeginn trotz sonnseitiger Ausrichtung nicht schlecht. Nachdem die Tour aber häufig begangen wird bzw. zuletzt häufig frequentiert worden ist, herrschen eher pistenähnliche Bedingungen. Was uns aber nicht weiter stört.

Wir fahren so weit im freien Gelände ab, bis wir auf den Forstweg treffen. Über diesen geht’s retour bis auf die Wiese (Anfang des Aufstieges). Über die Wiese zum Schluss zurück bis auf die Asphaltstraße und von dort die letzten 100 Meter zu Fuß zurück zum Parkplatz, der bis auf unser Auto heute leer geblieben ist. (flex)

© TT

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