Lindner sieht sich auf Kurs, Traktormiete via Blockchain

Kundler Traktorenhersteller Lindner dürfte Umsatz von zuletzt 82 Mio. Euro stabil halten. Blockchain hält Einzug in das Familienunternehmen.

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Der Tiroler Traktorenhersteller Lindner hat sich in Kundl eine zusätzliche Firmenfläche gesichert.
© Lindner

Von Max Strozzi

Kundl – „Wir können uns nicht beschweren“, sagt David Lindner. Der Marketing-und Exportleiter des gleichnamigen Traktorenherstellers in Kundl sieht das Familienunternehmen im laufenden Geschäftsjahr, das bis Ende März 2021 läuft, auf Kurs: „Der Einsatz der Traktoren war in der Corona-Zeit intensiv. Wir haben daher momentan kein Nachfrageproblem.“ In den letzten Monaten sei man vielmehr gefordert gewesen, den Rückstand, der sich im Frühjahr mit dem weltweiten Ausbruch der Pandemie und den dadurch entstandenen Lieferengpässen ergeben hatte, wieder aufzuholen. Inzwischen sehe es danach aus, dass die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres erreicht werden dürften, als Lindner rund 82 Millionen Euro umgesetzt hat. Der damalige Mitarbeiterstand von 239 Beschäftigten werde sich wahrscheinlich leicht steigern.

Einen kleinen Bruchteil des Umsatzes, nämlich rund 200.000 Euro, erwirtschaftet Lindner mit der Vermietung von Traktoren und Transportern. Die Mietflotte besteht aus etwa 70 Modellen. Künftig werde diese Vermietung über die Blockchain-Technologie und damit automatisiert erfolgen, teilt Lindner mit. Zu diesem Zweck wurde eine Partnerschaft mit dem deutschen Unternehmen CashOnLedger gestartet. „Von der Abwicklung der vollautomatischen Vermietung über die Blockchain erwarten wir uns weniger Aufwand und die Möglichkeit, auch kurzfristige Vermietungen umsetzen zu können“, erklärt Lindner. Denn bisher sei die Vermietung mit viel Papierkram und Verwaltungsaufwand verbunden gewesen. Mit der vollautomatischen Vermietung über die Blockchain-Technologie sinke der Arbeitsaufwand für Vermietungen auf ein Drittel. Zudem wird auch eine zielgenauere Preisgestaltung ermöglicht, weil die Fahrzeuge über das Telematik-System laufend Daten zur tatsächlichen Verwendung des Fahrzeugs liefern. So könne man die Stundentarife entsprechend anpassen, Kunden würden von Kostenvorteilen profitieren.

Erworben hat Lindner in Kundl unlängst eine Gasthaus-Immobilie (Neuwirth), die an das Firmengelände angrenzt. „Wir sind platzmäßig eingeschränkt und es hat sich eine tolle Gelegenheit ergeben, ein angrenzendes Grundstück als Reserve zu übernehmen“, so Lindner. Konkrete Pläne damit gebe es aber noch nicht.

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