Tiroler Aschbacher wird früher ESA-Chef

Der aus Tirol stammende nächste Generaldirektor der ESA will den Rückstand auf andere Raketenhersteller aufholen. Mit der Umsetzung kann er schon im Februar starten.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde die Vega-Rakete in Mailand präsentiert. Heuer soll sie nach zwei Fehlstarts endlich abheben.
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Paris – Der Countdown für den Tiroler Josef Aschbacher läuft. Und er läuft jetzt schneller als gedacht. Eigentlich hätte der 58-jährige Ellmauer erst im Sommer den Posten des Generaldirektors der Europäischen Weltraumagentur übernehmen sollen, doch sein scheidender Vorgänger Jan Wörner hat es eilig. „Ich glaube, es ist besser für Josef, nicht sechs Monate lang auf dem Wartesitz zu sitzen“, begründete der Deutsche gestern bei der gemeinsamen Neujahrs­pressekonferenz der ESA in Paris seine Entscheidung.

Dadurch bekommt Aschbacher früher die Möglichkeit, seine Vorhaben umzusetzen. Europa muss nach Ansicht des künftigen Generaldirektors unter anderem auf dem Raketenmarkt wieder ganz vorne mitspielen. „Wir müssen im Bereich der Trägerraketen an vorderster Front stehen. Der Druck ist hoch, er ist extrem hoch“, sagte er gestern.

„Wir müssen im Bereich der Trägerraketen an vorderster Front stehen", sagt Josef Aschbacher.
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In diesem Jahr liege der Fokus auf dem Erstflug der Rakete Vega C, der bislang kleinsten europäischen Trägerrakete, bei der die ESA schon zwei Fehlstarts verzeichnen musste. Außerdem stehe 2021 im Zeichen der Vorbereitung für den Erstflug der Ariane 6 im kommenden Jahr. Sie ist Europas Hoffnungsträger im All und ein Prestigeprojekt. „Ich werde mich auch darauf konzentrieren, was die nächste europäische Rakete danach sein wird“, so Aschbacher.

„Ich habe nicht die magische Lösung, was wir tun und wie wir es tun“, sagte Aschbacher. Es sei aber klar, dass man in Europa zusammenarbeiten müsse, um Lösungen zu finden, insbesondere im Bereich der Trägerraketen. Der Tiroler kündigte an, sich so bald wie möglich auch mit dem EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, der auch für Raumfahrt zuständig ist, zusammensetzen zu wollen. Vor allem das private US-Unternehmen SpaceX macht der europäischen Raumfahrt massive Konkurrenz. Das Unternehmen des Milliardärs Elon Musk setzt vor allem auf teils wiederverwendbare Raketen. (TT, APA)


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