WLV im Tiroler Oberland: Mit vollem Kampfgeist gegen die Naturgefahren

Die Wildbach- und Lawinenverbauung im Oberen Inntal hat jede Menge zu tun: Seit Jahren hat es kein "Normaljahr" mehr gegeben.

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Über Weißwald im Pitztal wurden die Steinblöcke gescannt und vermessen.
© WLV

Imst, Landeck – An Aufgaben mangelt es nicht, bestätigt der Gebietsbauleiter Oberes Inntal der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV), Daniel Kurz. Seit seinem Dienstantritt in dieser Funktion vor drei Jahren habe es „Sommer wie Winter kein Normaljahr“ gegeben, unterstreicht Kurz. „Wir sind in unseren Aufgaben sehr von den Ereignissen getrieben. Aufgrund der Dringlichkeit nach Lawinen- oder Murabgängen müssen wir ständig unsere Prioritätenliste neu überarbeiten“, zeigt Kurz auf. 2020 blieb man – abseits der Pandemie – von großen Katastrophen in den Bezirken Landeck und Imst verschont.

Die WLV verbaute allein im vergangenen Jahr in 60 Baufeldern beider Bezirke 11,7 Millionen Euro. „Unser Team mit 15 Personen im Büro und 53 Arbeitern ist sehr schlank gehalten“, bestätigt der Gebietsbauleiter: „Besondere Effi­zienz ergibt sich, da wir die Maßnahmen im Normalfall fast immer selbst umsetzen, Fremdvergaben und Ausschreibung sind eher die Ausnahme. Dazu kommen noch die Tätigkeiten als Gutachter und Gefahrenzonenplaner.“

Als „besonders knackig“ bezeichnet der erfahrene Diplomingenieur die Bauaufträge in Quarantäne-Zonen wie in Kappl oder Sölden. „Wir konnten in Sölden an der Rettenbachverbauung zwei Partien zusammenfassen. Nach einem kurzen Baustopp wurde von 6 bis 22 Uhr im Schichtbetrieb an der Fertigstellung gearbeitet, bevor die Schneeschmelze im Mai voll eingesetzt hat“, lobt Kurz auch seine Bauteams.

Auch der Einsatz auf der Bodenalpe in Ischgl hat sich bewährt, nachdem bereits ein Felsbrocken durch den Schutzdamm gestoppt werden konnte. Mit der Malchbach-Verbauung in Imst schloss die WLV einen „Planungsmeilenstein“ ab. Dieses österreichweit größte Projekt wird sich über 20 Jahre erstrecken und 30 Millionen Euro kosten.

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„Zum Jahresende flog in Weißwald im Pitztal ein Gesteinsbrocken über die Straße. Einige Steinblöcke drohten abzurutschen“, zeigt sich Kurz gefordert: „Nach der Begutachtung und einem terrestrischen Laserscan konnten wir die Masse des größten Blocks mit 80 Kubikmetern bestimmen.“ Mittlerweile stehen ein Monitoringsystem mit Radardetektoren sowie eine örtliche Umfahrung mit Ampelregelung zur Verfügung. „Wenn akute Gefahr für den Siedlungsraum besteht, muss schnell gehandelt werden“, setzt Kurz auf rasche Hilfe.

„Die jährliche Bauabschlussfeier mit Vertretern der betreffenden Gemeinden fand 2020 nicht statt“, bedauert Kurz. Damit entfiel auch der übliche Rückblick auf die Leistungen der WLV. (top)


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