Navi-Umleitung mit Tücken: Neue Straße wird zum Schleichweg

In den Angather Gassen verirren sich immer wieder Lkw. Seit die Ortsumfahrung Oberlangkampfen eröffnet ist, leitet das Navi sie ins Nachbardorf.

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Da wird es eng. Ein Lkw-Fahrer auf dem Irrweg durch die Gassen der Gemeinde Angath.
© Gemeinde Angath

Von Wolfgang Otter

Angath – Navigationsgeräte haben ihre Tücken. Das weiß jeder Autofahrer, sobald er sich erstmals auf dem „kürzesten Weg“ im Schritttempo durch kleine Gassen einer Stadt bewegt hat, obwohl er auf der etwas längeren Umfahrungsstraße das Gaspedal durchdrücken könnte. Der „kürzeste“ und eventuell scheinbar „schnellste“ Weg führt auch manchen Lkw bei der Fahrt von der Autobahnabfahrt zu einer großen Lkw-Werkstatt in Kirchbichl durch Langkampfen und Angath, abseits der dafür vorgesehenen Straßen. Von der Abfahrt Langkampfen aus geht es über eine neu gebaute Umfahrung von Oberlangkamp-fen, entlang der Innschleife in das Dorf. Ein Lkw-Fahrverbot in Langkampfen scheint viele Fahrer nicht zu irritieren und ab dem Angather Gemeindegebiet ist es zudem nicht mehr gültig. Erst die engen Gassen im Dorf bremsen die Lkw. Mancher Fahrer, der dann umdrehen will, muss zur Kenntnis nehmen, dass es jetzt schwierig wird. Selbst die von der Gemeinde Langkampfen aufgestellten Hinweisschilder, auch in englischer Sprache, zusätzlich zu den Fahrverbotstafeln nützen wenig. Die neue Ortsumfahrung von Oberlangkampfen entpuppt sich jetzt als neuer, illegaler Schleichweg. Und als kürzester Weg. „Aber“, so Langkampfens Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser, „wir sprechen hier nicht von einer großen Anzahl, das sind vereinzelte Lkw.“

Den Angathern reißt aber trotzdem der Geduldsfaden. In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen „wollen wir beschließen, ein Lkw-Fahrverbot durch das Dorf bei der Bezirkshauptmannschaft zu beantragen“, kündigt Bürgermeister Josef Haaser an. Ausgenommen sei die Landesstraße nach Angerberg. Derzeit wird ein entsprechendes Gutachten erstellt, „für das wir einige tausend Euro ausgeben müssen. Aber es geht nicht anders“, so Haaser, den wurmt, dass die Situation durch das Ignorieren des Fahrverbots entsteht.

„Uns bereiten die Lkw keine großen Probleme“, sagt Ehrenstrasser. Nur sei die neue Straße nicht dafür gebaut „und nicht für den Schwerverkehr geeignet“. Man habe bereits bei Navi-Firmen angefragt, ob man nicht das Fahrverbot in die Karten einspeisen könne. Angeblich passiere das auch, wie eine der Firmen mitgeteilt habe.

Aktiv wird die Gemeinde Angath auch in Hinblick auf Raser. Man wird zusätzlich zum Lkw-Fahrverbot ein Tempo-30-Limit im gesamten Dorf beantragen. Trotz der kurvigen engen Gassen, werde nämlich laut Bürgermeister viel zu schnell gefahren.


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