Netflix-Serie „Lupin“: Schlag nach beim Meister der Diebe

Die Netflix-Serie „Lupin“ huldigt in neuzeitlicher Aufmachung dem literarischen Vorbild Arsène Lupin – der war auch nicht zu fassen.

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Fangt mich, wenn ihr könnt. Assane Diop (gespielt von Omar Sy) flüchtenderweise über den Dächern von Paris.
© Netflix

Innsbruck – Der Streaminganbieter Netflix wirft Gefilmtes immer noch schneller auf den Markt. Die Kinos im Lockdown müssen tatenlos zusehen, wie der US-Riese enorme Abo-Zuwächse lukriert und das Geschäft mit Filmen und Serien an sich reißt.

Apropos Serien. Die Miniserie „Das Damengambit“, die Story einer Schach-Virtuosin aus dem Waisenhaus, sorgte zum Ende des alten Jahres für Furore und einen regelrechten Schach-Boom. Im noch jungen 2021 erfreut sich die in Frankreich produzierte Netflix-Serie „Lupin“ großer Nachfrage.

Mit „Lupin“ erfindet Netflix das Rad nicht neu. Die Abenteuer von Meisterdieb Arsène Lupin wurden von Autor Maurice Leblanc vor 100 Jahren in etlichen Romanen verewigt und seither auch mehrmals verfilmt. Lupins Tollkühnheit, seine Verwandlungsfähigkeit und Cleverness wurden ins neuzeitliche „Lupin“ volley übernommen. Die Serie ist vorerst auf zwei Pakete zu je fünf Folgen ausgelegt; der erste Fünferpack ist seit wenigen Tagen online.

📽️ Trailer | "Lupin" auf Netflix

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Als Meisterdieb im modernen Gewand gibt es ein Wiedersehen mit Omar Sy (dem unkonventionellen Hauskrankenpfleger aus dem Filmhit „Ziemlich beste Freunde“ von 2011). In „Lupin“ schlüpft Sy in die Hauptrolle des Assane Diop. Der hält sich in Paris mit nicht immer ganz astreiner Arbeit über Wasser – sich selbst und seinen Sohn Raoul. Wie sein literarisches Vorbild Arsène Lupin versteht es auch Assane blendend, Identitäten zu wechseln und die Polizei in die Irre zu führen, stets einen Schritt voraus.

Assane hat als 14-jähriger Bub seinen eigenen Vater verloren, einen senegalesischen Einwanderer, der sich in der Seine-Metropole als Chauffeur feiner Herrschaften verdingte. Gar so fein aber auch wieder nicht, denn der stinkreiche Arbeitgeber Monsieur Pellegrini bezichtigte Papa Diop aus heiterem Himmel des Diebstahls: Ein Collier aus dem Besitz von Marie-Antoinette wurde gestohlen. Diop Senior landete im Gefängnis, wo er unter dramatischen Umständen starb.

Sein Vater ein Dieb? Für Assane war das immer schon unvorstellbar. Umso mehr, als das Collier nach 25 Jahren wieder auftaucht und für einen sagenhaften Betrag zugunsten der Pellegrini-Stiftung versteigert werden soll. Die Sache stinkt gewaltig, mutmaßt der inzwischen erwachsene Assane richtigerweise und macht sich auf, die Unschuld seines Vaters posthum zu beweisen.

Die Serie wartet mit überdurchschnittlicher Kost auf. Für die Fingernägel der Sofasurfer besteht aber keine Gefahr: So spannend, dass man daran kauen müsste, wird es auch wieder nicht. Omar Sy ist ganz klar der Star. Leichtfüßig, raffiniert und mit breitem Grinser entwischt er überforderten Kriminalpolizisten.

Kurzum: Karikaturhafte Flics jagen eine zeitgeistige Version von Arsène Lupin, und ein gewisser Bond schaut kurz ums Eck, um zu prüfen, ob auch Tempo und Action passen. (mark)


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