Probleme mit dem vielen Neuschnee in Tirol und Vorarlberg

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Die großen Neuschneemengen vom Donnerstag haben die beiden westlichen Bundesländer Tirol und Vorarlberg auch am Freitag in Atem gehalten. Zahlreiche Straßen- und Bahnverbindungen in beiden Bundesländern waren weiterhin gesperrt - darunter jene über den Arlberg und in die Schweiz. Sowohl in Tirol als auch in Vorarlberg herrschte weiter verbreitet große Lawinengefahr, also Stufe „4“ der fünfteiligen Skala.

Die gute Nachricht: Die Schneefälle kamen im Laufe des Freitags immer mehr zum Erliegen, bis zum Nachmittag sollten sie überall aufhören. Für Samstag war schönes Wetter prognostiziert.

In Teilen Tirols kam es zu Straßensperren wegen Lawinengefahr und umgestürzter Bäume. Einzelne Orte wie Sölden im Ötztal oder St. Christoph am Arlberg waren vorerst nicht erreichbar. Gesperrt waren Freitagnachmittag zunächst weiter unter anderem die Lechtalstraße im Außerfern, die B197 Arlberg-Straße zwischen St. Christoph und Alpe Rauz sowie die Ötztal Straße zwischen Zwieselstein und der Hochalpenstraße und zwischen Huben und Sölden. Auch auf der Brennerautobahn kam es immer wieder zu längeren Verzögerungen in beide Richtungen.

Die Arlbergbahnstrecke blieb wegen der anhaltenden Schneefälle unbenützbar. Die Sperre, die Freitagfrüh auf die Strecke von Bludenz in Vorarlberg bis Ötztal in Tirol ausgeweitet werden musste, gelte für Freitag und voraussichtlich Samstag, dann erfolge eine neuerliche Lagebeurteilung, informierten die ÖBB. Am Brenner war vorerst die gesamte Strecke bis Innsbruck unterbrochen. Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Man sei mit allen Kräften im Räumeinsatz, hieß es. „Am Gleis liegen rund 1,30 Meter Schnee“, so ein ÖBB-Sprecher. Man sei daher mit sämtlichem schweren Gerät und allen verfügbaren Mitarbeitern im Einsatz.

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Von Donnerstag, 19.00 Uhr, bis Freitagmittag meldete die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle im „Ländle“ indes 105 Einsätze, vor allem wegen umgeknickter Bäume und aufgrund von Unfällen. Wegen der winterlichen Verhältnisse riet der ÖAMTC, die Rheintalautobahn A14 wenn möglich zu meiden. Zahlreiche, vor allem höher gelegene Verbindungen blieben wegen der großen Schneemengen und Lawinengefahr gesperrt. Die Arlberg-Orte Stuben, Zürs und Lech waren auf dem Straßenweg nicht mehr erreichbar, ebenso wenig wie Warth im Bregenzerwald oder die Ortschaften im hinteren Montafon.

Die derzeitigen Neuschneemengen sind laut Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) für Vorarlberg „ungewöhnlich“. Mehr Neuschnee in 24 Stunden als am Freitag gab es an der ZAMG-Wetterstation in Feldkirch seit Messbeginn im Jahr 1896 erst drei Mal. In Bregenz, wo es seit 1980 tägliche Aufzeichnungen gibt, fiel nur ein einziges Mal mehr Neuschnee als am 15. Jänner 2021.


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