Lawinengefahr bleibt bis Wochenmitte hoch: Stufe 4 in weiten Teilen Tirols

Es schneit und schneit. Die Gefahr für Lawinen bleibt in weiten Teilen Tirols bis Mitte der Woche groß. Schon zur Winter-Halbzeit ist das Schnee-Soll vielerorts längst überschritten.

Am Wochenende sind trotz zahlreicher Lawinenabgänge keine Menschen zu Schaden gekommen.
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Innsbruck – Und wieder hat starker Schneefall Tirol fest im Griff. Bereits vergangene Woche schneite es in weiten Teilen des Landes heftig, am Sonntag kamen im Oberland und im Außerfern bis zu 40 Zentimeter, entlang des Alpenhauptkamms bis zu 30 Zentimeter Neuschnee hinzu. Teils chaotische Zustände auf den Straßen waren die Folge. Ab Dienstag soll es wärmer werden, die Wolkendecke soll auflockern und sogar die Sonne scheinen. Die Lawinengefahr bleibt allerdings vielerorts bis Mitte der Woche groß.

Die Leute sind vernünftig gewesen und haben auf gefährliche Skitouren verzichtet.
Rudi Mair

„Es gibt nichts, was darauf hindeutet, dass sich die Situation vor Mittwoch verbessert“, sagt Rudi Mair, Chef des Tiroler Lawinenwarndienstes. Vorerst gilt noch in weiten Teilen des Landes Warnstufe drei bis vier. „Stufe fünf werden wir jedoch nirgends erreichen“, prognostiziert Mair. Neben dem vielen Neuschnee nennt er die lang anhaltend tiefen Temperaturen als Grund dafür, dass die Lawinengefahr so lange Zeit so groß bleibe. „Die Kälte konserviert das alles. Wenn es dann aber wärmer wird, bin ich optimistisch, dass sich die Lage entspannt.“ Er meint, es könne von Glück gesprochen werden, dass am Wochenende trotz zahlreicher Lawinenabgänge keine Menschen zu Schaden gekommen seien. „Die Leute sind vernünftig gewesen und haben auf gefährliche Skitouren verzichtet.“

© APA
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Unfall mit Schneeräumfahrzeug in Alpbach

Zu Zwischenfällen kam es aufgrund der winterlichen Verhältnisse unterdessen im Verkehr. Sonntagfrüh gegen 8.15 Uhr kollidierte auf der Alpbacher Straße in einer, laut Auskunft der Polizei, unübersichtlichen Kurve ein Autolenker mit einem entgegenkommenden Schneeräumfahrzeug. Während der Wagenlenker, ein 54-jähriger Österreicher, mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus gebracht werden musste, blieb der Fahrer des Räumfahrzeuges (45) unverletzt.

In Alpbach kam es am Sonntag zu einem Zusammenstoß eines Schneefahrzeuges mit einem Pkw.
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Bilanz zur Winter-Halbzeit: Tirol bricht Schneerekorde

Betrachtet man ganz Österreich, fällt die Zwischenbilanz der bisherigen Schneefälle im heurigen Winter unterschiedlich aus: Während der Osten unter einem Durchschnittswinter liegt, wurde das Soll in Tirol – allen voran in Osttirol – längst mehr als erfüllt. Das berichtet die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zur Winter-Halbzeit.

Vor allem im Bereich des Alpenhauptkamms sowie in sehr tiefen Lagen hat es bislang überdurchschnittlich viel geschneit, in Obergurgl etwa 290 Zentimeter. In einem durchschnittlichen gesamten Winter sind es hier 223 Zentimeter, der aktuelle Wert liegt somit 30 Prozent über Mittel. In Innsbruck fielen 84 Zentimeter, im „Durchschnittswinter" sind es hier sonst insgesamt 74 Zentimeter.

Noch viel extremere Schneemengen verzeichnete Osttirol. „Hier hat es in einigen Regionen bereits zwei bis drei Mal so viel geschneit wie im Mittel im gesamten Winter", so die Meteorologen. In Lienz hält man aktuell bei 271 Zentimetern, in einem Durchschnittswinter sind es 65 Zentimeter, das bedeutet sogar 300 Prozent über dem Mittel.

Sonne und milde Temperaturen ab Mittwoch

Ab Dienstag bringt ein Zwischenhochdruckeinfluss verbreitet trockenes Wetter. Für den Mittwoch sagen Meteorologen bereits sonniges Wetter voraus, mit Höchsttemperaturen von bis zu zehn Grad Celsius. (bfk/TT.com)


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