Dem Photoarchiv seit 10 Jahren treu verbunden

Als das Tiroler Photoarchiv 2011 in Lienz seine Arbeit aufnahm, leistete Sammlerin Oliva Lukasser Starthilfe. Bis heute trägt die 84-Jährige viel zum Bestand bei.

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Eines der Bilder aus der Sammlung Oliva Lukasser zeigt den Lienzer Hauptplatz um 1930.
© Sammlung Oliva Lukasser – TAP

Von Catharina Oblasser

Lienz – Im heurigen Jänner sind es zehn Jahre, dass das Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst, kurz „TAP“, mit seiner Tätigkeit begann. Damals gab es ein Büro, ein Budget aus einem Interreg-Projekt und einen Assistenten. Noch zu suchen galt es aber Bildbestände, die man erfassen, einordnen und auch präsentieren konnte. Eine der ersten Sammlerinnen, die sich auf den Aufruf des TAP meldete, war Oliva Lukasser aus Lienz. Mit ihren historischen Ansichten der Stadt und anderen Aufnahmen leistete sie Starthilfe für die Tätigkeit des Photoarchivs.

„Ich habe mich schon von klein auf für alte Aufnahmen interessiert“, erzählt die heute 84-Jährige im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. „Damals hatten wir eine Ansichtskarte, die der Vater aus dem Krieg geschickt hat. Die hat mich sehr beschäftigt.“ Der Anstoß, systematisch nach historischen Bildern zu suchen, stammt eigentlich von Tochter Brigitte. „Sie war die treibende Kraft und hat mich mit der Begeisterung fürs Sammeln angesteckt“, erinnert sich Oliva Lukasser. Heute suchen Mutter und Tochter gemeinsam nach alten Ansichten aus Lienz, dem Isel- oder Pustertal, durchstöbern Flohmärkte und Antiquariate. In letzter Zeit hat sich die Suche Corona-bedingt auf das Internet verlagert. Mittlerweile umfasst die Sammlung an die 4000 Exemplare, säuberlich in Mappen geordnet. Es sind hauptsächlich Postkarten, die älteste zeigt eine Ansicht von Lienz aus dem Jahr 1870.

Historische Bilder aus der Sammlung Oliva Lukasser waren auch Teil der Freiluftausstellung des Tiroler Photoarchivs in Lienz 2012. Damals verdeckten die großformatigen Darstellungen die Mühlenruine.
© TAP/Martin Kofler

Wie schon seit zehn Jahren stellt Oliva Lukasser auch heute dem TAP immer wieder Neuerwerbungen zur Verfügung. Die Originale werden gescannt und gehen dann an die Besitzerin zurück. „Bilder aus meiner Sammlung sind bei verschiedenen Ausstellungen gezeigt worden, in Lienz, in Sillian oder in Obertilliach“, freut sich die alte Dame. Der Herkunftsnachweis „aus der Sammlung Oliva Lukasser“ ist schon deshalb sehr markant, weil ihr Vorname so selten ist. Das sei die alte Namensform von „Olivia“, erklärt Lukasser. Warum sie sich entschlossen hat, ihre Sammlung öffentlich sichtbar zu machen? „Dass ich die Bilder zur Verfügung stelle, soll Anreiz für andere sein, Altes zu bewahren. Es wird ohnehin viel zu viel weggeworfen“, meint die alte Dame, die zwar viele Fotos besitzt, selbst aber nicht abgelichtet werden möchte.

Martin Kofler, Leiter des TAP, ist froh über die tatkräftige Mithilfe von Sammlerinnen und Sammlern wie Oliva Lukasser. Inzwischen ist der Bestand des TAP auf rund 650.000 Bilder angewachsen, viele davon Schenkungen oder Dauerleihgaben. Zu Beginn war das Augenmerk des Photoarchivs auf das Ost- und Südtiroler Pustertal gerichtet, heute finden sich Aufnahmen aus ganz Tirol, Südtirol und Trentino in der Sammlung. Die Zeitspanne, die sie abdecken, reicht von den 1860er- bis in die 1990er-Jahre.

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