CDU-Chef Laschet: Der Neue und sein Ringen um Geschlossenheit

Die Kampfansage der anderen Parteien für die Wahl im Herbst dürfte CDU-Chef Laschet derzeit wenig belasten. Zu viel ist noch in den eigenen Reihen zu klären.

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Der Corona-Gruß zwischen dem neuen CDU-Chef Laschet (l.) und Verlierer Merz war seitens des Letzteren wohl doch mehr Faust als Gruß.
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Von Gabriele Starck

Berlin, München – Zeit zum Verschnaufen bleibt dem neuen Chef der deutschen CDU nicht. Doch es sind nicht die bevorstehenden Wahlkämpfe in etlichen Ländern und dem Bund und die Kampfansagen der politischen Mitbewerber, allen voran die der in Umfragen zweitplatzierten Grünen, es sind die innerparteilich offenen Gräben und Fragen, die der am Samstag gewählte Armin Laschet schnell befrieden und beantworten muss.

Da ist einmal das Foul des unterlegenen Friedrich Merz, der einen Keil zwischen den neu gewählten Parteichef und Kanzlerin Angela Merkel treiben wollte. Er bot sich an, Merkels Vertrauten Peter Altmaier als Wirtschaftsminister zu ersetzen. Laschet wie Merkel lehnten brüsk ab. Der neue Parteichef darf aber die große Zahl jener Parteimitglieder nicht außer Acht lassen, die für Merz waren – immerhin 47 Prozent der Delegierten. Deshalb muss Laschet weiter versuchen, den Unruhestifter in die Parteiführung einzubinden, um den konservativen Parteiflügel nicht zu verärgern. An derselben Aufgabe scheiterte aber schon Laschets Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

All das verbessert auch Laschets Ausgangslage im Ringen um die Position des Kanzlerkandidaten nicht. Laschet wäre bereit, die Union als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl zu führen. Zwei Niederlagen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Mitte März könnten allerdings den innerparteilichen Kritikern wieder Zündstoff geben. Zudem lauert in Bayern Markus Söder (CSU). Dieser ist derzeit weitaus populärer beim deutschen Wahlvolk. Laschet muss darauf hoffen, dass Söder das Risiko nicht eingeht, zu kandidieren, um dann zu verlieren.

Und Laschets Unterstützer bei der Bewerbung um die Parteiführung, Gesundheitsminister Jens Spahn, hat sich am Samstag selbst geschwächt, indem er sich in eine Fragerunde für Delegierte einschaltete und für Laschet warb. Bei der Wahl zu einem der fünf Stellvertreter Laschets bekam er die Rechnung serviert: mit 589 die mit Abstand wenigsten Stimmen.

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