St. Anton im Schnee: „Weichen säubern ist endlose händische Arbeit“

In 48 Stunden 1,30 Meter Neuschnee: ÖBB-Mitarbeiter kämpften sich zu den Gleisanlagen westlich und östlich des Arlbergbahntunnels.
© ÖBB

St. Anton am Arlberg – „Mit Hightech-Geräten wie Hochleistungsschleuder und Fräsen ist es bei der Räumung der Gleisanlagen nicht getan“, erläutert der Leiter des ÖBB-Anlagen-Service-Centers (ASC), Jürgen Neumayr. „Gerade auf der Arlbergstrecke können wir auf händische Räumarbeit nicht verzichten.“ Neumayr, zuständig für die Region West von Völs bis zum Bodensee, koordinierte den Räumeinsatz der vergangenen Tage: „Dass die Strecke wegen Lawinengefahr gesperrt werden muss, kommt ja öfter vor. Aber an so viel Neuschnee, wie wir jetzt in 48 Stunden bekommen haben, können sich auch langgediente Kollegen nicht erinnern.“

Trotz des Großeinsatzes von Hightech-Räumzügen musste die Strecke Landeck-Bludenz am Donnerstag gesperrt werden, bevor sie am Samstagabend wieder geöffnet werden konnte. Eine 45-köpfige Truppe (15 Männer der ÖBB und 30 Mitarbeiter von beauftragten Firmen) rückte mit Schaufeln und Besen aus, um die Weichen entlang der Strecke zu säubern.

„Das ist eine unverzichtbare Arbeit, die bei Schneefall gemacht werden muss. Nicht nur einmal, sondern immer wieder“, so der Koordinator. Zudem galt es, umgestürzte Bäume zu entfernen und Schäden an der Oberleitung zu beheben. Dreimal täglich beurteilt die Lawinenkommission das Gefahrenpotenzial an der Arlbergstrecke.

„Auch wenn die Züge wieder regulär unterwegs sind, unser Räumeinsatz geht noch bis Freitag weiter“, sagte Neumayr gestern Montag. (hwe)


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