Start des Kinderzentrums auf Lesbos verzögert sich

„Verheerende Zustände“: das Flüchtlingslager Kara Tepe auf der Insel Lesbos.
© AFP

Lesbos – Der Start der von der Bundesregierung finanzierten Tagesbetreuungsstätte für geflüchtete Kinder auf Lesbos verzögert sich. Wegen der Corona-Situation vor Ort sei man mit einer Reihe von „besonderen Herausforderungen“ konfrontiert, sagt SOS-Kinderdorf-Geschäftsführerin Elisabeth Hauser. Am liebsten hätte man „schon vorgestern mit der Betreuung von Kindern gestartet, denn die Zustände sind verheerend“.

Zu Weihnachten hatten die griechischen Behörden nach der Prüfung des Projekts die Errichtung bewilligt. Hernach ging es an die Klärung von Details, etwa wo genau das aus Containern bestehende Kinderbetreuungszentrum errichtet werden kann. Vergangene Woche bekamen die SOS-Mitarbeiter auf Lesbos den Sanktus für eine Begehung des wegen Corona unter Quarantäne stehenden Camps Kara Tepe 2, das nach dem verheerenden Brand des Camps Moria als Ausweichlager eingerichtet worden war.

Den Experten sei es bis dato wegen des jüngsten Corona-Ausbruchs auf Lesbos aber noch immer nicht möglich gewesen, in das Camp zu kommen, um die dringendsten Bedürfnisse der Kinder und Familien zu erheben, heißt es von SOS-Kinderdorf.

Auch den wichtigen Termin mit Behörden, Entscheidungsträgern und Partnern habe es deshalb nicht gegeben, zudem sei die Reisetätigkeit der Mitarbeiter zur Abstimmung mit anderen Organisationen „zum Teil unmöglich“.

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Um trotz der Verzögerung schon jetzt Unterstützung zu bieten, würden andere Optionen geprüft – die vorübergehende Betreuung von Kindern in der bestehenden Tagesbetreuungsstätte, etwa im Camp Kara Tepe 1. Das sei „rasch umsetzbar“, sagt Hauser. Langfristig sei aber ein eigener Ort nötig, an dem die Tagesbetreuung in oder vor dem Camp möglich sei.

Zunächst könnten drei Container wenige Meter außerhalb von Kara Tepe 2 aufgestellt werden, war vor wenigen Wochen kundgetan worden. Man sei aber „bereit zu wachsen“, das hänge vor allem von den Bedingungen vor Ort ab, sagte Hauser damals. (APA, TT)


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