Bayern denkt wieder an Grenzkontrollen: Unmut über Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schließt Grenzkontrollen nicht aus.
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München, Innsbruck – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für den Fall, dass man sich bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf keine einheitliche europäische Strategie verständigen sollte, neuerliche Grenzkontrollen ins Spiel gebracht. „Das hat schon im Frühjahr effektiv geholfen“, erklärte Söder am Montag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

In Tirol regt sich derweil Unmut über derartige Gedankenspiele beim nördlichen Nachbarn. „Aus Sicht des Einsatzstabes des Landes Tirol wird eine Abstimmung über Vorsichtsmaßnahmen – allen voran hinsichtlich der Virusmutationen – über Österreichs Grenzen hinaus mit weiteren EU-Ländern als sinnvoll erachtet“, betont Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes des Landes. Möglichst einheitliche Leitlinien würden nicht zuletzt zu einer besseren Verständlichkeit der Maßnahmen innerhalb der Bevölkerung beitragen, die Corona-Pandemie lasse sich in Europa sowie weltweit nur gemeinsam bewältigen. „Einseitige Ankündigungen von Grenzkontrollen sind zu kurz gedacht, wenn man den Gesamtkontext der Pandemie bedenkt. Allem voran auch deshalb, da die Grenzregionen – etwa jene zwischen Bayern und Österreich – auch wirtschaftlich miteinander verwoben sind“, so Rizzoli.

Zuletzt hatten österreichische Frächter davor gewarnt, dass Deutschlands verschärfte Einreisebedingungen zu langen Grenzwartezeiten und in weiterer Folge zu Versorgungsproblemen führen könnten. (TT, np)

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