Nebendarsteller bei Drogenfall in Hauptrollen am Landesgericht

Innsbruck – Der zweitgrößte Drogenaufgriff in der Tiroler Kriminalgeschichte war am Montag Thema am Innsbrucker Landesgericht. Doch auf der Anklagebank saßen weder Schmuggler noch Hintermänner. Stattdessen waren die Hauptrollen im Gerichtssaal mit vier Nebendarstellern besetzt: einem Gelegenheitsdieb, seinem Helfer, einer vermeintlichen Dealerin und einem Lkw-Fahrer.

Die Vorgeschichte begann mit einem Zufall: Ende Juni 2020 zogen Polizisten auf der Inntalautobahn einen Lkw wegen schwerer technischer Mängel aus dem Verkehr. In der Werkstatt eines Wörgler Logistikunternehmens sollte das Schwerfahrzeug repariert werden. Dass im Sattelzug 96 Kilo Marihuana versteckt waren, ahnten die Beamten zunächst nicht. In der Nacht zum 1. Juli wollte einer der beiden Lkw-Lenker, ein Serbe, die illegale Fracht mit Hilfe eines Logistikmitarbeiters heimlich bergen. Erfolglos – die Männer wurden überrascht, der Serbe flüchtete und tauchte unter. Im Anschluss fand die Polizei die Drogen.

Drei Kilo fehlten allerdings. Die hatte der ebenfalls aus Serbien stammende Logistik-Mitarbeiter gestohlen. Das gab er bei der Verhandlung am Montag auch unumwunden zu. Sein mitangeklagter Freund räumte ein, den Dieb samt Beute abgeholt und durch Wörgl gefahren zu haben. Die beiden Männer wurden zu zwei Jahren bzw. zehn Monaten Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt.

Eine Unterländerin soll die Drogen übernommen und in Umlauf gebracht haben. Die Angeklagte bestritt das allerdings unter Tränen. Ein Zeuge soll jetzt für Klarheit sorgen. Auch der zweite Lkw-Fahrer aus Rumänen saß auf der Anklagebank. Der Mann, der eigens für den Prozess aus seiner Heimat angereist war, beteuerte, von den Drogen nichts gewusst zu haben. Der ­Drogendieb bestätigte das. So wurde der Rumäne freigesprochen. (tom)

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