Trauer um „Hausherrn der Streif“: Klaus Reisch gestorben

Klaus Reisch galt als graue Eminenz von Kitzbühel und ist am Dienstag im 93. Lebensjahr verstorben. Die Stadt trauert.

Klaus Reisch war nicht nur Eigentümer des Streif-Zielgeländes, er hat auch wesentlich zur Entwicklung der Hahnenkammrennen beigetragen.
© thomas boehm

Von Harald Angerer

Kitzbühel – Er galt als Herr der Streif und war weit über die Stadtgrenzen Kitzbühels hinaus bekannt. Am Dienstag ist Klaus Reisch im 93. Lebensjahr verstorben. Reisc­h war der Enkel von Ski- und Tourismuspionier Franz Reisc­h und Vater der Rasmushofwirtin und ehemaligen TVB-Obfrau Signe Reisc­h. Klaus Reisch stand nicht gerne in der Öffentlichkeit. Doch das Rampenlicht ließ sich für den Grundeigentümer des Zielbereichs beim Hahnenkammrennen nicht immer vermeiden.

Als Vorsitzender des Weisenrates des Kitzbüheler Ski­clubs hat er die Geschichte des Hahnenkammrennens geprägt. Legendär ist vor allem sein Rechtsstreit mit einem großen Sonnencreme-Hersteller. Reisch gewann und mit der Bestätigung durch den Obersten Gerichtshof im Jahr 1965 setzte er für die Rechte des Grundeigentümers gegenüber Werbemaßnahmen Dritter einen Meilenstein. Auf der Rasmusleiten, so nennt sich der Zielbereich der Streif, geschah nichts ohne seine Zustimmung. Trittbrettfahrer, welche vom Hahnenkamm-Hype profitieren wollen, waren Reisch seit jeher ein Dorn im Auge, dementsprechend streng sind auch dort noch die Auflagen.

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Neben seiner Arbeit als Rechtsanwalt – er gründete 1958 eine Kanzlei – war er Landwirt, Gastwirt und Golfplatzbetreiber. So eröffnete Reisch im Jahr 1968 das erste Selbstbedienungsrestaurant mit dem Namen „Red Bull“ in der Region. Auch hier lieferte er sich später ein Match mit dem Getränkehersteller. Im Jahr 1977 folgte die Eröffnung des ersten öffentlichen Neun-Loch-Par-drei-Golfplatzes in Österreich, genau im Zielbereich der Streif.

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Reisch war Vater von sieben Kindern und Großvater von 14 Enkeln. Er hinterlässt seine Gattin Sigrid.

„Die Stadt verliert einen großen Kitzbüheler mit einem sehr stark ausgeprägten Heimatbezug“, sagt Bürgermeister Klaus Winkler in einer ersten Reaktion. Auch Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Skiclubs, betont: „Klaus Reisch war ein wichtiger Teil der Geschichte Kitzbühels.“ Er habe einen großen Teil dazu beigetragen, dass das Hahnenkammrennen sich so entwickeln konnt­e. „Auch hat Klaus Reisc­h immer Grund und Boden geschützt und nicht verkauft, was in Kitzbühel nicht selbstverständlich ist“, erklärt Huber.


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